Schwerpunkt: Bundestagswahl 2017

Nach drei spannenden Landtagswahlen in Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen werden am 24. September 61,5 Millionen Deutsche zur Wahlurne gebeten – es wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel als Spitzenkandidatin für die CDU ins Rennen geht, tritt Gegenkandidat Martin Schulz für die Sozialdemokraten an. Den Spitzenkandidaten aller Parteien sind mit einer politisierten Wählerschaft  und einer Vielzahl komplexer gesellschaftspolitischer Themen konfrontiert: Von Sicherheit und Terrorismus über Zuwanderung bis hin zur sozialen Gerechtigkeit und Steuerpolitik. Kann sich die neue migrationsskeptische Partei AfD auch auf der Bundesebene etablieren und wie steht es um die parteipolitische Beziehung zwischen CDU und CSU? Kann die SPD den sogenannten „Schulz“-Effekt wieder aufleben lassen und welche Koalitionsmodelle kündigen sich bereits in den kommenden Wochen an? 

In diesem Schwerpunkt berichten die Forscherinnen und Forscher sowie die Studierenden der NRW School of Governance über ihre Aktivitäten rund um die Bundestagswahl. Neben den angebotenen Lehrveranstaltungen, geplanten und publizierten Buchprojekten und einem Überblick zur Medienpräsenz unsere Expertinnen und Experten, möchten wir hier in erster Linie die Lektüre unseres wissenschaftlichen Online-Magazins regierungsforschung.de empfehlen. Dort bieten wir sowohl erfahrenen als auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit, Forschungsergebnisse, Kurzanalysen, Einschätzungen und Standpunkte zur Bundestagswahl 2017 in einem gleichnamigen Themenschwerpunkt einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Die NRW School in den Medien

Muss man junge Frauen zum Wählen motivieren?“ (jetzt.de, Online Magazin der Süddeutschen Zeitung, 11.08.2017)

Interview mit Parteiforscher Karl-Rudolf Korte: Die Wahl ist noch nicht gelaufen“ (Trierischer Volksfreund, 09.08.2017)

Wahlen – Wähler – Wählen. Bundestagswahl 2017 im Schatten von Krisen und Unsicherheit“ (Praxis Politik, Heft 4/2017)

Wissenschaftsfreiheit im Superwahljahr“ (Forschung & Lehre, 08.08.2017)

Bots verbieten? Das wäre Unfug“ (Campus Report, Juli 2017)

Die AfD und die Rückkehr der Mitte“ (Campus Report, Juli 2017)

Berlin war nie unbeeindruckt von Düsseldorf“ (Deutschlandfunk, 15.05.2017)

Motivation und Themen“ (ZDF Heute Journal, 15.05.2017)

Politik-Experte Korte: Politiker müssen auf Inhalte setzen“ (WAZ, 27.04.2017)

Meinungsumfragen – die irren, die Demoskopen“ (Rheinische Post, 10.04.2017)

Publikationen

Wahlen in Deutschland

Wahlen sind der Grundpfeiler der deutschen Demokratie. Am Wahltag entscheiden die Bürgerinnen und Bürger über die Verteilung der politischen Macht. Mit ihrem Votum bestimmen sie die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments, des Bundestages, der Landtage und der Kommunalparlamente.

Neben den unterschiedlichen Ebenen dieser Wahlen und ihren spezifischen Merkmalen analysiert Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte in der aktuellen Neuauflage von  „Wahlen in Deutschland“ die Wahlsysteme, die Wahlverfahren und die Rolle der Parteien. Wie wählen die Deutschen? Wovon hängt die Höhe der Wahlbeteiligung ab? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Wahlforschung, deren Instrumente und Erklärungsmuster für das Wahlverhalten ebenfalls vorgestellt werden. Dem Wahlkampf ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem exemplarisch das Beziehungsgeflecht zwischen Politik, Medien und Öffentlichkeit analysiert wird. Im Fokus steht dabei die Bundestagswahl 2013.

Die Publikation ist über die Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich und kann hier bestellt werden.

 

Die Bundestagswahl 2013

Wie wählten die Deutschen bei der Bundestagswahl 2013? Wie groß war der Einfluss der Programm- und Personalangebote der Parteien auf den Wahlkampf und das Wahlergebnis? Welche Konsequenzen folgen aus dem Wahlausgang für das Parteiensystem und das Regieren in Deutschland? Dieser Konzeptband bietet umfassende Analysen zur Bundestagswahl 2013 und bettet sie ein in das breite Spektrum der Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung.

Weitere Informationen zum Buch finden Sie auf der Seite des Springer Verlages.

 

 

Regieren in der Einwanderungsgesellschaft

Wenige Themen bewegten die deutsche Öffentlichkeit im Jahr 2015 so sehr wie die Frage der rapide steigenden Flüchtlingszahlen. Bilder vom überfüllten Hauptbahnhof in Budapest oder vom Flüchtlingscamp an der griechisch-mazedonischen Grenze dominierten Nachrichtensendungen in Deutschland und in anderen europäischen Ländern. Über den Umgang mit dieser Entwicklung wurde innerhalb der Großen Koalition heftig gestritten und auf mehreren EU-Gipfeln um eine europäische Lösung gerungen.

Die neuen Rahmenbedingungen und Charakteristika des Regierens in der Einwanderungsgesellschaft werden in dem vorliegenden Band entlang der fünf profilierten Forschungsbereiche der NRW School of Governance diskutiert und analysiert. Entlang der fünf Themenfelder Politikmanagement, Parteien und Willensbildung, Wahlen und Wählen, wissenschaftliche Politikberatung und politische Bildung sowie Sprache und politische Kommunikation werden die Entwicklungen diskutiert. Das Ziel des Bandes ist es jedoch nicht, erschöpfende Antworten aus der jeweiligen Disziplin oder Perspektive auf Fragen der Flucht und Einwanderung zu geben. Vielmehr sollen die Beiträge Denkanstöße liefern, Schlaglichter auf weniger beachtete Zusammenhänge werfen sowie Ansätze für mögliche Entwicklungspfade skizzieren.

Der Band ist Teil der Serie „Studien der NRW School of Governance“. Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie auf der Seite des Springer Verlages.

 

Ausblick: Die Bundestagswahl 2017

Auch zur kommenden Bundestagswahl wird es einen Konzeptband geben, der Studien der Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung zur Bundestagswahl 2017 umfasst und im Sommer 2018 bei Springer VS erscheinen wird. Das Buch ist als Folgeband der Publikationen „Die Bundestagswahl 2009“ und „Die Bundestagswahl 2013“ (beide Springer VS) konzipiert, die aus einer intensiven Kooperation der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen mit den beteiligten Autorinnen und Autoren hervorgegangen sind.

Der Folgeband soll eine zeitnahe Analyse unterschiedlicher Aspekte des Wahlkampfes, der Wahl und der Regierungsbildung aus verschiedenen politikwissenschaftlichen Perspektiven vorlegen. Charakteristisch für den Band ist, dass Beiträge der Regierungs-, Parteien- und Kommunikationsforschung den Analysezugang der Wahlforschung sinnvoll ergänzen.

 

Forschungsprojekte

Bundestagswahl 2017 auf Regierungsforschung.de

Regierungsforschung.de, das wissenschaftliche Online-Magazin der NRW School of Governance, veröffentlicht auch in diesem Jahr interessante Schwerpunkte zu wissenschaftlichen Debatten und diskussionswürdigen Diskursen. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt der Analysen und Beiträge auf der Bundestagswahl 2017. Auf der Schwerpunktseite zur „Bundestagswahl 2017“ sind bereits einige Beiträge zu finden. Diese werden in den kommenden Wochen durch weitere ergänzt.

Darüber hinaus ist die Redaktion weiterhin auf der Suche nach interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an einer Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse oder meinungsstarken Essays interessiert sind. Gerne werden auch weiterhin schwerpunktbasierte Beiträge angenommen. Diese und Fragen zum Projekt können jederzeit über folgende Email-Adresse an die Redaktion weitergeleitet werden: redaktion@regierungsforschung.de

 

(© bpb)

Parteienprofile für die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)

Politikwissenschaftler der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen stellen bei der Bundestagswahl am 24. September antretenden Parteien für die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) vor.

Die für interessierte Bürgerinnen und Bürger konzipierten Kurzprofile geben kompakte Informationen zur Organisation, den Programmen und den thematischen Schwerpunkten der Parteien. Der Blick auf die sich zur Wahl stellenden Parteien zeigt, dass die Parteienlandschaft in NRW vielfältiger und bunter ist als gemeinhin angenommen wird. Die Wählerinnen und Wähler können am Wahltag aus einem breiten Angebot auf dem „Parteienmarkt“ wählen.

Sobald die Parteiprofile auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) abrufbar sind, werden sie hier verlinkt. Den Wahl-O-Mat für die Bundestagswahl am 24. September 2017 finden Sie ebenfalls hier, sobald dieser freigeschaltet ist.

 

(© Kieskompass)

Bundeswahlkompass 2017

Im September 2017 sind mehr als 60 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, den deutschen Bundestag zu wählen. Der Bundeswahlkompass bietet eine innovative und wissenschaftlich fundierte Online-Wahlhilfe, mit der sich Wählerinnen und Wähler in der politischen Landschaft verorten, fundierte Wahlentscheidung treffen und ihre Positionen mit denen der Parteien vergleichen können. Mit seinen rund 30 Statements deckt der Bundeswahlkompass alle politischen Lager ab. Das Projekt wird vom niederländischen Unternehmen Kieskompas in enger Zusammenarbeit mit renommierten Forscherinnen und Forschern entwickelt. Die deutsche Version der Online-Wahlhilfe wird von Mercator Stipendiat Philipp Thomaczek betreut. Die wissenschaftliche Beratung und Begleitung des Projekts verantwortet Dr. Niko Switek. Der Bundeswahlkompass geht am 24. August online und wird hier verlinkt.

Lehre im Sommersemester 2017

Die Bundestagswahl 2017 – Wahlkampf, Parteienwettbewerb und Wahlverhalten (Dr. Martin Florack)

Unter der Leitung von Dr. Martin Florack haben Lehramtsstudierende einen vertiefenden Blick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen 2017 geworfen. Mit welchen Programmen werben die Parteien um Wähler? Welchen Dynamiken unterliegt der Parteienwettbewerb und welche Koalitionsformate sind möglich? Wie wichtig (oder unwichtig) sind Spitzenkandidaten? Welche Besonderheiten des Wahlsystems wirken sich wie auf die Bundestagswahl aus? Diesen und anderen Fragen ist das Seminar nachgegangen. Im Fokus standen Wahl- und Parteiensysteme, TV-Duelle und Personalisierung, Erklärungsmodelle zum Wahlverhalten sowie das Thema Koalitionsbildung.

„Brost Master Dialog“ Bundestagswahl 2017 (Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte)

In diesem Master-Seminar von Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte haben sich die Studierenden mit der Wahl- und Wahlkampfforschung auseinandergesetzt. Die Frage, wie eine Partei im Klima einer als immer größer wahrgenommenen Entfremdung zwischen Politik und Bürger noch ihre Ziele und Positionen vermitteln kann, stand im Mittelpunkt des Seminars. Diskutiert wurde dabei unter anderem über Mobilisierungsstrategien, die Wahlrechtsreform, Theorien zum Wählerverhalten und Besonderheiten der Bundestagswahl 2017. Ein besonderer Höhepunkt waren die Praxiseinblicke, die die Studierenden in drei „Brost Master Dialogen“ erhielten. Im Rahmen des von der Brost Stiftung finanzierten Kooperationsprojekts „Die Gesprächsstörung zwischen Politikern, Bürgern und Journalisten“ diskutierten die Masterstudierenden mit MdB Dr. Carsten Linnemann (CDU) sowie MdEP Alexander Graf Lambsdorff (FDP) und MdB Martin Gehring (Grüne) über die Entwicklung von Wahlprogrammen, mögliche Koalitionsformate und den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 sowie über die Themen Wirtschafts-, Sicherheits- und Hochschulpolitik.

Studierende des Masters Politikmanagement haben mit Dr. Carsten Linnemann (MdB, rechts) über die Wirtschaftspolitik der CDU diskutiert.Auch FDP-Politiker Graf Lambsdorff (MdEP; links) war zu Besuch und sprach über Identität, Integration, Sicherheit und Datenschutz.Als dritten Gast konnten wir im Seminar zur Bundestagswahl 2017 Martin Gehring (MdB; Mitte) begrüßen. Er berichtet über die Wahlkampforganisation der Grünen und gab Einblicke in die Gestaltung des Wahlprogramms.