„Informalität und Transparenz“ – Wolfram Kuschke zu Gast an der NRW School of Governance

Prof. Blätte und Wolfram Kuschke

Das Zusammenwirken von wissenschaftlicher Expertise und praxisorientierten Elementen ist ein zentraler Bestandteil des Studiums an der NRW School of Governance. Auf Einladung von Prof. Dr. Andreas Blätte war Wolfram Kuschke zu Gast in der Vorlesung „Politikmanagement in Theorie und Empirie“.

Kuschke kann ohne Zweifel als erwiesener Experte der Landespolitik in Nordrhein-Westfalen bezeichnet werden. Von 1998 bis 2002 war er Regierungspräsident im Regierungsbezirk Arnsberg, von 2002 bis 2004 Chef der Staatskanzlei unter dem damaligen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück und über den Zeitraum 1985 bis 2012 Mitglied des Landtags.

Den Studierenden des Masterstudiengang „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ vermittelte Wolfram Kuschke das Spannungsverhältnis von Informalität und Transparenz in der Landespolitik.Der ehemalige Chef der Staatskanzlei in Düsseldorf verwies zu Beginn seines Vortrags darauf, dass Politik immer an Gesetze, Verfahren oder Geschäftsordnungen gebunden sei. Der Reiz der Informalität läge genau darin, dass diese besser kontrollierbar sei als die Formalität. Entscheidend für die Demokratie sei, die Entscheidungsgrundlagen transparent und für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Legitimation entstehe durch legitime Prozesse.

Kuschke kritisierte die partiell vorherrschende „Politikberatungsträgheit“ der Abgeordneten in den Landesparlamenten. Die Skepsis gegenüber wissenschaftlicher Beratung erklärte er durch eventuelle Unkenntnis und mangelnde Erfahrung im wissenschaftlichen Betrieb. Er appelierte, dass Wissenschaft viel früher in die politischen Prozesse eingebunden werde müsse und die Verfahren nicht weiter nach dem altbekannten Schema „Frage, Antwort, Lösung“ praktiziert werden.

Nach seinen Input stellte sich Kuschke den zahlreichen Anmerkungen und Nachfragen der Studierenden.

 

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