Brost Master Dialog – „Grenzen der nationalen Medienpolitik“ mit Ruth Hieronymi

brost-master-dialogIm Rahmen des Brost Master Dialogs begrüßte die NRW School of Governance die ehemalige Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, Ruth Hieronymi. 25 Jahre lang gehörte die frühere Europaabgeordnete Ruth Hieronymi dem WDR-Rundfunkrat an, 2009 übernahm sie dessen Vorsitz.  Im Dezember 2016 endete ihre Amtszeit.

In Ihrer öffentlichen Vorlesung sprach sie über die Grenzen der nationalen Medienpolitik und diskutierte mit den Studierenden über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Hieronymi appellierte dabei den Diskurs über eine moderne Medienpolitik zu suchen, um in Zukunft agieren, statt reagieren zu können.

Ruth Hieronymi (©WDR)

Den Aufschlag ihres Vortrags bildete die aktuelle Diskussion zu den Übertragungsrechten der Handball Weltmeisterschaft. Diese Debatte sei ein starkes Beispiel dafür, dass Medienpolitik schon seit einigen Jahren nicht allein durch nationale Akteure entschieden wird.

Allerdings seien die Herausforderungen in Politik und Gesellschaft noch größer als im Sport. Hieronymi verwies dabei auf den zunehmenden Einfluss von „Social Bots“ auf Diskurse im Internet. Sie seien ein einfaches und kosteneffizientes Instrument der Manipulation. Dies wäre durch die Beispiele Brexit und die Präsidentschaftswahl in den USA bestätigt geworden, wenngleich es mehr wissenschaftlicher Analysen zu diesem Phänomen bedürfe. Darüber hinaus attestierte die ehemalige Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats der Bundesrepublik eine zögerliche Haltung beim digitalen Wandel, sodass Deutschland in der Entwicklung und Gestaltung signifikant zurückläge.
Nach ihrem Vortrag stellte sich Hieronymi den zahlreichen Anmerkungen und Nachfragen der Studierenden.

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