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NRW School of Governance bei der ECPR General Conference 2026 in Krakau

Mit gleich mehreren WissenschaftlerInnen war die NRW School of Governance bei der diesjährigen ECPR General Conference in Krakau vertreten. Prof. Dr. Andreas Blätte, Dr. Kristina Weissenbach, PD Dr. Julia Schwanholz, Dr. Anne Goldmann, Lilian Fiala und Katharina Kowalski nutzten die Konferenz, um aktuelle Forschung zu präsentieren, Panels mitzugestalten, methodische Kompetenzen zu vertiefen und sich mit der internationalen politikwissenschaftlichen Community auszutauschen.

Dr. Kristina Weissenbach präsentierte gemeinsam mit ihrem Co-Autor Michelangelo Vercesi von der Università degli Studi di Napoli Federico II das Research-Agenda-Paper „Personal Parties in Parliamentary Democracies: Emergence, Evolution and Effects“. Das Paper ist Teil des laufenden AURORA-Projekts, an dem neben Weissenbach und Vercesi auch Ludger Helms von der Universität Innsbruck und Fortunato Musella von der Università degli Studi di Napoli Federico II beteiligt sind.

Darüber hinaus organisierte Weissenbach gemeinsam mit Dr. Anne Goldmann, Sebnem Yardimci-Geyikci und Oskar Barberà das Panel „(Digital) Democratic Innovations and Actions within Political Parties“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Parteiorganisationen innovieren können, um insbesondere in polarisierten Zeiten resilient zu bleiben. Mit Beiträgen von Emelien Paulis, Thomas Legein, Patricia Correa, Marina Zoi Saoulidou, Alberto La Malfa, Michal Maly und Kim Graves bot das Panel unterschiedliche Perspektiven auf digitale und demokratische Innovationen innerhalb politischer Parteien.

PD Dr. Julia Schwanholz war als Chair des Panels „Digital Competencies as Determinant of Digital Political Engagement“ aktiv, das der ECPR Standing Group on Internet and Politics zugeordnet war. Gemeinsam mit Jasmin Fitzpatrick von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz organisierte sie das Panel; als Discussant war Oscar Barberà von der Universitat de València beteiligt. In fünf Papern wurden unterschiedliche Dimensionen der digitalen Transformation politischer Prozesse diskutiert – von Künstlicher Intelligenz und politischer Partizipation über Smart Cities und Deepfakes bis hin zu digitalen Kompetenzen im öffentlichen Sektor.

Dr. Anne Goldmann stellte im Panel „Political Parties, Leadership and Digital Transformation in Contemporary Democracies“ ihr Paper „Contrasting AI Narratives in Parliaments: The European Parliament and the German Bundestag“ vor. Darin untersucht sie anhand des Narrative Policy Frameworks, wie Künstliche Intelligenz im Europäischen Parlament und im Deutschen Bundestag narrativ konstruiert wird. Grundlage sind 500 Narrative aus dem Europäischen Parlament und 478 aus dem Deutschen Bundestag aus den Jahren 2020 bis 2024. Die Analyse zeigt sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede darin, wie beide Parlamente die Steuerbarkeit und Entwicklung von KI sowie die beteiligten Akteure darstellen.

Lilian Fiala präsentierte im Panel „Beyond Unidimensional Corruption Metrics: Mixed-Source and Multi-Level Approaches to Measuring Corruption“ ihr Paper „The Engagement–Tolerance–Resistance Model: Individual and Situational Determinants of Public Officials’ Response to Grey and White Corruption“. Das Paper entwickelt mit dem Engagement–Tolerance–Resistance (ETR) Model einen Ansatz, der unterschiedliche Reaktionen von Beschäftigten des öffentlichen Sektors auf ambivalente Formen sogenannter grauer und weißer Korruption gemeinsam betrachtet. Im Zentrum steht das Zusammenspiel individueller Faktoren – darunter Public Service Motivation, Selbstwirksamkeit und Korruptionsbewusstsein – mit situativen Bedingungen wie sozialem Druck, Entdeckungsrisiko und dem Verhalten von Führungskräften. Empirisch wird das Modell mithilfe eines faktoriellen Survey-Experiments unter rund 1.100 Beschäftigten des deutschen öffentlichen Sektors untersucht.

Katharina Kowalski nutzte ihren Aufenthalt in Krakau auch zur methodischen Weiterbildung und nahm am Methodenkurs „Qualitative and Mixed Methods“ teil. Der Kurs weitete den Blick auf Mixed-Methods-Designs über die klassische Verbindung qualitativer und quantitativer Daten hinaus und beschäftigte sich unter anderem damit, wie verschiedene qualitative Methoden sinnvoll miteinander kombiniert und ineinander eingebettet werden können.

Besonders wertvoll war für Kowalski dabei die Möglichkeit, die Kursinhalte unmittelbar auf das eigene Promotionsprojekt zu beziehen und mit anderen Promovierenden zu diskutieren: „Es war schön, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die an ähnlichen Forschungsfragen arbeiten. Man verliert sich schnell in solchen Gesprächen, weil es einfach Spaß macht, gemeinsam zu denken.“

Neben Panels, Paper-Präsentationen und Methodentraining stand für alle Teilnehmenden insbesondere der internationale wissenschaftliche Austausch im Mittelpunkt. Die ECPR General Conference brachte Forschende aus unterschiedlichen politikwissenschaftlichen Teilgebieten zusammen und bot damit nicht nur Raum für die Diskussion eigener Forschung, sondern auch für neue Perspektiven, Kontakte und Impulse für kommende Projekte.