
Die Summer School 2026 der NRW School of Governance in Kooperation mit dem Landtag Nordrhein-Westfalen bot den Studierenden des Masterstudiengangs Politikmanagement, Public Policy und Öffentliche Verwaltung sowie des Bachelor Politikwissenschaft erneut die Möglichkeit, politische Prozesse dort kennenzulernen, wo sie gestaltet werden: im nordrhein-westfälischen Landesparlament. Traditionell bildet die Summer School den Abschluss des Sommersemesters. Drei Tage lang stehen politische Kommunikation, parlamentarische Verfahren und praktische Einblicke in den politischen Alltag im Mittelpunkt. Unter der Leitung von Stefanie Delhees und Dr. Kristina Weissenbach drehte sich auch in diesem Jahr alles um das Motto „Vermitteln, verhandeln, kommunizieren“.
Auftakt mit dem 1. Vizepräsidenten des Landtags
Eröffnet wurde die Summer School durch den 1. Vizepräsidenten des Landtags Nordrhein-Westfalen, Rainer Schmeltzer. Im Gespräch mit den Studierenden berichtete er aus seiner parlamentarischen Praxis und diskutierte zentrale Fragen der Arbeit des Landtagspräsidiums: Wie führt man Plenarsitzungen in zunehmend polarisierten Zeiten? Wie koordiniert man die Verwaltung eines Landesparlaments? Und wie gelingt es, bei diesen Aufgaben die notwendige Überparteilichkeit zu wahren? Offen und praxisnah gab Schmeltzer Einblicke in die Herausforderungen parlamentarischer Führung und beantwortete die zahlreichen Fragen der Studierenden. Im Anschluss startete der Redenschreiber-Workshop mit dem Redenschreiber des Landtagspräsidenten, Sonja Wandund Arian Schill. Die Teilnehmenden lernten Modelle und Techniken wirkungsvoller politischer Reden kennen und entwickelten eigene Redebeiträge zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Der erste Tag klang bei einem gemeinsamen Abend in der Düsseldorfer Altstadt aus.



Einblicke in politische Kommunikation
Ein Höhepunkt des zweiten Tages war das Kamingespräch mit Verena Schäffer, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit den Studierenden sprach sie über ihren Weg in die Politik, die Übernahme ihres Ministeriums im letzten Fünftel der Legislaturperiode sowie die Herausforderungen politischer Kommunikation – insbesondere im Bereich der Integrationspolitik. Darüber hinaus diskutierte sie ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit einer schwarz-grünen Landesregierung. Moderiert wurde das Gespräch von den Studierenden Max Harlos und Henrike Kuhlmann, die den Blick gezielt auch auf die informellen Seiten politischer Praxis richteten. Die Impulse aus dem Hintergrundgespräch flossen unmittelbar in den zweiten Teil des Redenschreiber-Workshops ein. In ihren Abschlusspräsentationen hielten die Studierenden engagierte und überzeugende Reden zu den Fragen „Schränken Geschlechterrollen die Entfaltung der Persönlichkeit ein?“ und „Ist die Zukunft unserer Generation sicher?“ und konnten dabei das zuvor erarbeitete rhetorische Handwerkszeug unmittelbar anwenden.



Parlamentarische Demokratie selbst erleben
Den Abschluss der Summer School bildete das zweitägige Planspiel zum Gesetzgebungsprozess im Landtag Nordrhein-Westfalen. Ausgangspunkt war ein fiktives Szenario: Eine Jamaika-Koalition aus Christlicher Volkspartei (CVP), Wirtschaftsliberaler Partei (WLP) und Ökologisch Integrativer Partei (ÖIP) muss sich mit einem erfolgreichen Volksbegehren zur Einführung eines Landesgymnasiums für hochbegabte Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen. Gleichzeitig verfolgen Opposition und Regierungsfraktionen bereits mit Blick auf die kommende Landtagswahl ihre eigenen politischen Strategien. Vor dieser authentischen Kulisse schlüpften die Studierenden in die Rollen von Regierungs- und Oppositionsfraktionen, verhandelten in Arbeitsgruppen und Ausschüssen, führten Koalitionsgespräche und debattierten schließlich im Plenum. Begleitet wurde das Planspiel von einer Medienvertretung, die als „vierte Gewalt“ das parlamentarische Geschehen kritisch beobachtete und kommentierte. So erhielten die Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in die Dynamiken parlamentarischer Entscheidungsprozesse und die Bedeutung politischer Kommunikation, Verhandlungsgeschick und Kompromissfähigkeit
Zum Abschluss zeichneten Stefanie Delhees und Kristina Weissenbach die authentischsten Planspielerinnen und Planspieler aus. Die Auszeichnung ging an Fiete Bandemer, Lucie Hübner und Simon Offner.


Die Summer School 2026 zeigte erneut eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Ausbildung und politische Praxis miteinander verbunden werden können. Die NRW School of Governance bedankt sich herzlich beim Landtag Nordrhein-Westfalen, insbesondere bei allen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landtags, für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Möglichkeit, den Studierenden Politik unmittelbar erlebbar zu machen.

