Dozenten der NRW School of Governance mit „Lehre divers“-Scholarship ausgezeichnet

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Der Kurzfilm der Teilnehmer wird am 20. Oktober 2016 in der NRW School of Governance präsentiert.

Ein Team aus sechs Dozierenden der NRW School of Governance ist für seinen ehrenamtlichen Einsatz im Rahmen des TalentKolleg Ruhr mit dem „Lehre divers“-Scholarship der Universität Duisburg-Essen ausgezeichnet worden. Neben einer ideellen Förderung erhält das Team nun 4.000 Euro für die Lehrunterstützung in Form von studentischen Hilfskraftmitteln.

Im vergangenen Sommersemester engagierten sich Lehrende der NRW School für eine Gruppe des TalentKollegs Ruhr, das als gemeinsames Projekt von der Universität Duisburg-Essen, der Fachhochschule Dortmund und der Westfälischen Hochschule durchgeführt und von der Stiftung Mercator gefördert wird. Die Teilnehmer des Kollegs setzten sich aus zugewanderten Akademikern zusammen, darunter auch erst kürzlich zugewanderte Flüchtlinge aus Syrien. Das TalentKolleg ermöglicht die individuelle Gestaltung eines „Vor-Studiums“ und so schneller als mit einem gänzlich neuen Studium einen anerkannten Abschluss in Deutschland zu erlangen.

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Es wurden zentral Prozesse und Institutionen des politische Systems vermittelt.

Das Team der NRW School vermittelte in drei Modulen einen Einblick in zentrale Prozesse und Institutionen des politischen Systems. Dr. Kristina Weissenbach und Dr. Stefan Thierse erläuterten Bedeutung und Stellenwert von Wahlen, Dr. Niko Switek und Dennis Michels führten die Teilnehmer an die deutsche Gesetzgebung heran und Karina Hohl und Stefanie Delhees diskutierten mit ihnen über das Verhältnis von Politik und Medien.

Im Mittelpunkt stand dabei stets die Aktivierung der Teilnehmer: „Über Planspiele konnten die Teilnehmer politische Prozesse nachspielen und so selbst ein Gefühl für die politischen Abläufe bekommen“, erläutert Niko Switek. „Darüber hinaus war es auch unser Ziel, dass sie die politischen Vorgänge in ihren Heimatländern von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus kritisch hinterfragen können.“ Nicht zu vernachlässigen war der Zweck des Projekts, den Zugewanderten Sprechgelegenheiten zu geben, um ihre Sprachkenntnisse im universitären Kontext anzuwenden. Die Dozenten konnten einen enormen Diskussionsbedarf von Seiten der Teilnehmer feststellen, der von ihren ganz unterschiedlichen Erfahrungen mit Politik herrührt. Schließlich nahmen diese einen ersten Eindruck vom Ablauf von Lehrveranstaltungen in deutschen Bildungseinrichtungen mit, was einen leichteren Einstieg in das hiesige Universitätssystem ermöglicht.

Für die Arbeit wurde das Team schon während der Sitzungen belohnt, wie Kristina Weissenbach berichtet. „Unsere Rolle hat sich besonders im Hinblick auf den Erfahrungsaustausch verändert“, erzählt sie. „Wir sind einerseits Experten für das politische System in Deutschland, auf der anderen Seite Laien in Bezug auf die politischen Alltagserlebnisse der Teilnehmenden. Hierdurch entstand im Laufe der Seminare stets eine gegenseitige Lehrsituation, von der wir als Dozenten sehr profitiert haben.“

Als Abschlussprojekt erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam einen Kurzfilm, in dem es um die Themen Identität und Mitbestimmung geht. Der Filmbeitrag wird in einer öffentlichen Abschlusssitzung am 20. Oktober in der NRW School präsentiert. Nähere Informationen hierzu werden in Kürze bekanntgegeben

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