Die Praxis der Interessenvertretung: Die Rolle von Lobbying bei der Europäischen Union

Die rund 30 Studierenden im ersten Semester des Master Studiengangs "Politikmanagement" erkundeten Brüssel entlang des inhahtlichen Schwerpunkts "Lobbyismus".

Die rund 30 Studierenden im ersten Semester des Master Studiengangs „Politikmanagement“ erkundeten Brüssel entlang des inhaltlichen Schwerpunkts „Lobbyismus in der EU“.

Haniel Stiftung (Logo)Eine ganz praktische Gelegenheit zum intensiven Austausch mit Experten aus europäischer Interessensvertretung, Politik und Medien bot die Brüssel-Exkursion des Haniel Master Course den Studierenden des Studienprogramms „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“, die unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Kaeding vom 21. bis zum 24. Januar 2014 stattfand.

Die Exkursion knüpfte direkt an die Studieninhalte des Haniel Master Course „Lobbying in the European Union“ aus dem laufenden Wintersemester 2013 / 2014 an und ermöglichte so den Studierenden, Gelerntes unmittelbar anzuwenden und mit Praktikern zu diskutieren, die zudem aus dem Alltag der politischen und Lobbying-Prozesse der Europäischen Union berichteten.

Das vielfältige Programm eröffnete den Studierenden tiefe Einblicke in das Zusammenspiel zwischen EU-Institutionen, Interessenvertretern und Akteuren der Mitgliedsstaaten. Rainer Steffens, der Gastgeber der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union machte genau wie die zahlreichen weiteren Referenten unmittelbar deutlich, in welch engem Zusammenspiel nationale und europäische Politik heute gestaltet werden: Frau Dr. Gabriela M. Sierck vom Verbindungsbüro des Deutschen Bundestages und Mark Kamperhoff, Leiter des Arbeitsbereichs Familie, Frauen, Senioren und Jugend bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland stellten nicht nur die Aufgaben ihrer Repräsentanzen dar, sondern informierten ebenfalls über die umfangreichen Koordinationsleistungen zwischen nationaler und europäischer Ebene.

Mit der Bedeutung von Interessenvertretung für politische Prozesse und die Institutionen der Europäischen Union befassten sich die Studierenden im Dialog mit Experten von europäischen Dachverbänden, EU-Behörden und nationalen Einrichtungen ganz anwendungsorientiert: So erarbeiteten die Studierenden im Vorfeld der Exkursion themenbezogene Lobbying-Strategien. Eine Präsentation zur umstrittenen Frage der Privatisierung der Wasserversorgung in der Europäischen Union konnte z.B. durch die kritische Reflexion eines Vertreters der Wettbewerbsabteilung der EFTA-Aufsichtsbehörde (Europäische Freihandelsassoziation) entscheidend weiterentwickelt werden.
Diese Reflexion ermöglichte nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit Konzepten, Bedeutung und Rolle der Interessenvertretung auf europäischer Ebene, sondern brachte die Studierenden auch der Frage näher, ob die häufig diskutierte Einordnung von Lobbyismus nach einer Logik von Gut und Böse hilfreich ist. So ergaben Gespräche mit Cerstin Gammelin, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung, sowie ein Besuch des Parlamentsgebäudes mit MdEP Jürgen Klute (Linke) Anlass dazu, die Auseinandersetzung mit Lobbying zwischen der Bereitstellung von Expertise, der Einflussnahme von Partikularinteressen und als Zeichen eines vitalen Akteur-Pluralismus zu vertiefen und zu überdenken.

Ein besonderer Dank gilt der Haniel Stiftung: die Brüssel-Exkursion wurde im Rahmen des Haniel Master Course durchgeführt. Der Haniel Master Course bietet die Möglichkeit zum aktiven Austausch mit Persönlichkeiten aus der politischen Praxis.

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