Der HANIEL Master Course im Sommersemester 2010
HMC NR 11 - Für die Studierenden des zweiten Semesters lautet das Thema: "Politische Akteure und strategische Kommunikation in modernen Gesellschaften"
Die Veranstaltung behandelt wesentliche Theorieansätze und empirische Befunde hinsichtlich der Techniken und Erscheinungsformen strategischer Kommunikation in modernen demokratischen Gesellschaften. Das kommunikative Spannungsverhältnis zwischen zentralen politischen Akteuren und die wechselseitigen Abhängigkeitsbeziehungen zwischen der Politik und den Medien werden theoretisch und empirisch beleuchtet. Die Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen wird akzentuiert. Reformvermittlung gehört in Demokratien dabei zum zentralen Führungsauftrag. Ziel der politischen Elite ist es, Legitimation für politische Programme zu erlangen. Die Durchsetzbarkeit von Gestaltungsmaßnahmen hängt in hohem Masse von der darstellungspolitischen Vorbereitung der sachpolitischen Entscheidung ab. Dazu gehört auch die Beeinflussung der Deutungsmuster in politischen Diskursen.
Wissenschaftliche Leitung des Kurses: Univ.-Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte
Koordination: Dipl.-Soz.-Wiss. Stefanie Delhees
Das Programm des HANIEL Master Course im Sommersemester 2010 im Überblick finden Sie hier.
Den Seminarplan zum HANIEL Master Course NR 11 finden Sie hier.

Veranstaltungsüberblick
Im
Rahmen des HANIEL Master Course fanden im Sommersemester 2010 folgende Veranstaltungen statt:
13. Juli 2010
"Strategische Kommunikation in den Medien" – Grimmepreisträger Friedrich Küppersbusch diskutiert mit dem Haniel Master Course
Der von Professor Dr. Karl-Rudolf Korte geleitete Haniel Master Course der NRW School of Governance konnte am Dienstag, den 13. Juni 2010, im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Politische Akteure und strategische Kommunikation in modernen Gesellschaften“ den bekannten Fernsehproduzenten und Journalisten Friedrich Küppersbusch begrüßen. Dabei gewährte der Grimmepreisträger den Studierenden in der Diskussion Einblicke aus der Sicht eines Medienexperten auf die Entwicklung der strategischen politischen Kommunikation in den Medien.

(v.l.: Friedrich Küppersbusch; Studierende des Haniel Master Course; Studierender mit Küppersbusch und Univ.-Prof. Karl-Rudolf Korte)
Küppersbusch zeigte dabei mit gewohnt scharfzüngigen Formulierungen insbesondere die negative Entwicklung der politischen Sendeformate in den letzen Jahren auf. Dabei sparte er nicht mit Kritik an der aus seiner Sicht ursächlichen einseitigen Kommunikationsstrategie der politischen Parteien, die lieber auf Applaus, als auf Diskurs mit der Gesellschaft aus seien. Aber Küppersbusch gab auch Hinweise aus der Praxis, wie moderne strategische Kommunikation funktionieren kann. Natürlich wurde Küppersbusch von den Studierenden nicht ohne eine Bewertung der aktuellen Entwicklung in NRW entlassen. Hier erläuterte er nicht ohne Augenzwinkern seine Begriffsschöpfung „Regionalmerkel“ für Hannelore Kraft, die mittlerweile sogar von der BILD aufgegriffen wurde.

15. Juni 2010
Der Vordenker und Strategieexperte Wolfgang Nowak im Gespräch mit Studenten der NRW School of Governance
Im Rahmen des Haniel Master Course „Politische Akteure und strategische Kommunikation in modernen Gesellschaften“ unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hatten Studierende der NRW-School of Governance exklusiv die Möglichkeit mit Wolfgang Nowak, Sprecher der Geschäftsführung der Alfred Herrhausen Gesellschaft, über das Thema „Strategische Kommunikation in Politik und Wirtschaft – ein Vergleich“ zu diskutieren. Aufgrund seiner bisherigen beruflichen Stationen unter anderem als Staatssekretär im sächsischen Kultusministerium und als Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt kennt sich Nowak bestens in den beiden kommunikativen Arenen mit ihren unterschiedlichen Rationalitäten aus.

(v.l.: Studierende des Haniel Master Course; Wolfgang Nowak; Stephan Hohmann, Wolfgang Nowak und Prof. Dr.
Karl-Rudolf Korte)
Während der Diskussion betonte Nowak unter anderem die zunehmende Machtlosigkeit der Politik. „Macht hat man wenn man etwas umsetzen und gestalten kann, aber diese Macht wird immer kleiner in der Politik, “ so Nowak. Dies liege vor allem daran, dass sich die europäischen Staaten in einer Schuldenkrise befänden, wodurch ihr Handlungsspielraum stark eingeschränkt sei. An der Regierung kritisierte Nowak weiter vor allem die Zerstrittenheit der Regierungsparteien und ihrer Politiker untereinander, sowie ihre Unfähigkeit mit einer Stimme zu sprechen. Besonders sei dies während der Vorstellung des aktuellen Sparprogramms der Bundesregierung deutlich geworden. Bei der strategischen Kommunikation nach außen sollte sich die Politik an der Wirtschaft und im speziellen an Steve Jobs, dem Apple Gründer, orientieren. Dessen Vorstellung des neuen iPhones bezeichnete Nowak als brillante und kommunikative Glanzleistung.
Weiter wurde neben sehr interessanten Innenansichten aus seinen bisherigen beruflichen Stationen über das Schröder/Blair Papier (an dessen Ausarbeitung er selber beteiligt war), den Machtfaktor in der Politik und das Umgehen mit Niederlagen diskutiert. Anhand von zahlreichen weiteren Anwendungsbeispielen wurden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der strategischen Kommunikation in Politik und Wirtschaft deutlich. 
08. Juni 2010
Erfolgreiche Reformkommunikation – Florian Gerster zu Gast im Haniel Master Course
Am Beispiel der Arbeitsmarktpolitik haben die Studierenden der NRW School of Governance im Rahmen des HMC „Politische Akteure und strategische Kommunikation in modernen Gesellschaften“ mit Florian Gerster, dem ehemaligen Vorsitzenden des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit, über die Notwendigkeit einer erfolgreichen Reformkommunikation diskutiert.
(v.l.: Studierende des Haniel Master Course; Britta Schewe mit Florian Gerster; Britta Schewe, Florian Gerster und Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte)
Nach einer Einführung in die Thematik der Reformkommunikation vermittelte Florian Gerster wertvolle Erfahrungen rund um das Thema. Besonders bezog sich der ehemalige Minister für Arbeit und Soziales des Landes Rheinland-Pfalz auf die Kommunikation der Hartz-Gesetze. Gerster, der sowohl mit der parlamentarischen als auch mit der administrativen und ökonomischen Kommunikationsarena vertraut ist, betonte explizit die Notwendigkeit der Identifikation des Kommunikators mit der zu vermittelnden Reform. „Man muss erst selbst glauben was man sagt bevor man es kommuniziert“, so der ehemalige Landes- und Bundesparlamentarier.
Gerster, der heute als Unternehmensberater tätig ist, spielte auch auf den Ideenwettbewerb unter den Bundesländern an. Reformen, die auf Landesebene erfolgreich kommuniziert werden, bieten ein hohes Innovationspotential für den Bund. Das Scheitern von Reformkommunikation liegt, so Gerster, oft an der allgemeinen Verflachung der öffentlichen, medialen Debatte sowie an mangelnder Kommunikationsstrategie seitens der Politischen Akteure.

18. Mai 2010
Die NRW School of Governance im Gespräch mit
Wahlkampf-Experten
Nur neun Tage nach der
NRW-Landtagswahl stehen die Studierenden des Masterprogramms
„Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ noch voll
unter dem Eindruck des zurückliegenden Wahlkampfes und dem aktuellen
Koalitionspoker der Landesparteien. Die öffentliche Paneldiskussion der
NRW School of Governance in Kooperation mit der Haniel Stiftung kam
daher zum richtigen Zeitpunkt.
Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte,
Direktor der NRW School of Governance, konnte Hans-Hermann Langguth von
der Agentur „Zum Goldenen Hirschen“ und Frank Stauss von der
Düsseldorfer Werbeagentur „Butter“ als Referenten begrüßen. Unter dem
Oberthema „Strategien politischer PR und Wahlkampfkommunikation“ kam es
schnell zu fruchtbaren Diskussionen zwischen den Experten und den
Studenten. Stauss und Langguth konnten interessante Innenansichten aus
der Perspektive von Kommunikationsprofis vermitteln. Beide Gäste haben
unter anderem für die SPD und Bündnis 90/Die Grünen Wahlkampagnen
entworfen.






