Regierungszentralen

Innerhalb dieses Themenfeldes geht es darum, formelle und informelle Steuerungs- und Entscheidungsprozesse von Regierungszentralen zu identifizieren.

Regierungszentralen wie das Bundeskanzleramt oder die Staatskanzleien der Länder sind bedeutsame politisch-administrative Steuerungs- und Koordinationsinstanzen von Regierungen. Dabei ist die Rolle von Regierungszentralen im politischen System bislang wenig untersucht worden. So liegen aktuell nur einige wenige, meist verwaltungswissenschaftlich geprägte Publikationen zur Organisation und Struktur von Regierungszentralen vor. Wichtige politikwissenschaftliche Themenfelder blieben bisher unbearbeitet oder werden gerade erst für politikwissenschaftliche Forschungsarbeiten entdeckt.

Leitfragen

Das Spannungsverhältnis zwischen Formalität und Informalität.

  • Welcher informellen Strukturen und Entscheidungsprozesse bedient sich eine Staatskanzlei, um ihre formalen Funktionen und Aufgaben erfüllen zu können?
  • Welche Phänomene und Muster der Informalität bilden sich intern?
  • Wovon ist die Entstehung uns Ausprägung informeller Strukturen und Prozesse abhängig?

Einfluss

  • Wie groß ist der informelle Einfluss einer Regierungszentrale auf das Handeln einer gesamten Regierungsformation?
  • Woran lässt sich dieser Einfluss festmachen, und wovon ist das Einflusspotential abhängig?

Funktionalität

  • Welche Bedingungen müssen informelle Prozesse und Entscheidungsstrukturen erfüllen, um die Effektivität der formalen Organisation sicherzustellen?
  • Gibt es Kriterien mit deren Hilfe die Funktionalität bzw. Dysfunktionalität von informellen Strukturen und Prozessen bewertet werden kann?

 

Publikationen

Transformation der KernexekutiveTransformation der Kernexekutive. Eine neo-institutionalistische Analyse der Regierungsorganisation in NRW 2005-2010.
Martin FlorackAus der Reihe: Studien der NRW School of Governance
Springer VS | Wiesbaden 2013.
ISBN 978-3-531-18574-3
456 Seiten | 39,99 €

Regieren braucht Organisation und Institutionen. Eine herausragende Rolle spielt hierbei die Kernexekutive, die Regierungshandeln koordiniert und steuert. Wie verändern sich diese formalen und informellen Institutionen nach einem Regierungswechsel? Welche Institutionen bleiben stabil, welche unterliegen grundlegendem Wandel? Wie groß ist der Einfluss politischer Akteure auf die Regierungsorganisation und welche Mechanismen liegen dem Wechselspiel institutioneller Stabilisierung und Veränderung zugrunde? Über die Beantwortung dieser Fragen hinaus verfolgt Martin Florack drei weiterführende Ziele: Erstens geht es um eine empirische Analyse der Kernexekutive in Nordrhein-Westfalen. Damit rückt zugleich die bislang oftmals vernachlässigte Ebene der Landespolitik ins Zentrum des Erkenntnisinteresses. Zweitens zielt die Studie auf eine methodische Erweiterung der Zugänge der Regierungsforschung durch die Methode der teilnehmenden Beobachtung. Die hiermit gewonnenen Innenansichten ermöglichen sowohl neue empirische als auch theoretische Perspektiven. Drittens geht es um den Anschluss des Themenfeldes an institutionalistische Theorieansätze. Die Studie zielt folglich auf einen Beitrag zu weiteren Theoriebildung im Feld der Regierungsforschung.

RegierungszentralenRegierungszentralen. Organisation, Steuerung und Politikformulierung zwischen Formalität und Informalität.
Martin Florack und Timo Grunden (Hrsg.)VS Verlag für Sozialwissenschaften
Wiesbaden 2011
ISBN: 978-3-531-17003-9
337 Seiten | 34,95 €

Bundeskanzleramt und Staatskanzleien gelten als „Innenhöfe der Macht“, als Führungs- und Steuerungszentren von Bundes- und Landesregierungen. Doch dieser machtpolitische Status lässt sich nicht aus formalen Funktionen und Kompetenzen ableiten. Es ist Informalität, die aus einer Regierungskanzlei eine Regierungszentrale macht. Das Spannungsfeld zwischen Formalität und Informalität steht im Mittelpunkt der Beiträge dieses Bandes. Sie widmen sich den Mustern und Entstehungsbedingungen von informellen Organisationsstrukturen sowie den informellen Techniken und Instrumenten zur Steuerung des Regierungshandelns.

Politikberatung im Innenhof der MachtPolitikberatung im Innenhof der Macht.Zu Einfluss und Funktion der persönlichen Berater deutscher Ministerpräsidenten.
Timo GrundenAus der Reihe: Studien der NRW School of Governance
VS-Verlag für Sozialwissenschaften
Wiesbaden 2009
ISBN 978-3-5311-6204-1
421 Seiten, broschiert | 34,90 €

Jeder Regierungschef versammelt Berater um sich, die  Entscheidungsoptionen ausloten und Handlungsstrategien ausarbeiten. Der Erhalt und der Ausbau der Macht ihres Chefs stehen dabei stets im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Wer sind diese Berater? Was kennzeichnet ihre Arbeitsweise, und wie groß ist ihr Einfluss auf das Regierungshandeln? Die vorliegende Studie geht diesen Fragen nach.

Durch die vergleichende Analyse der Beraterkreise von drei deutschen Ministerpräsidenten erschließt sie eine weitere Dimension des informellen Regierens. Die Studie untersucht die mikropolitischen Instrumente und Techniken des Regierens und fragt nach der Bedeutung von Personen und Führungsstilen im Vergleich zu institutionellen Faktoren. Darüber hinaus gewährt sie einen tiefen Einblick in Entscheidungsprozesse hinter den Kulissen, einen Einblick in die Innenhöfe der Macht.

 

Ansprechpartner

Dr. Martin FlorackDr. Martin Florack

Tel.: (0203) 379 – 2048
E-Mail: martin.florack@uni-due.de