HMC Veranstaltungen im Wintersemester 2012/2013

Der HANIEL Master Course im Wintersemester 2012/2013
HMC NR 17 – Der HANIEL Master Course „Politikberatung und Wissen als Ressource modernen Regierens“ ist geöffnet für Studierende des ersten Fachsemesters.

Die Veranstaltung setzt sich mit der wachsenden Bedeutung „Ethischer Politikberatung“ auseinander. Neben klassischer Politik- bzw. Politikerberatung steht dabei die Arbeit politischer Stiftungen, Think Tanks und Agenturen mit Schwerpunkt „Public Affairs“ im Mittelpunkt der analytischen Betrachtung.

Gefragt wird dabei insbesondere nach den Anforderungen und Lösungsmodellen einer wertorientierten, verantwortungsvollen politischen Beratungstätigkeit.
Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf den Ansätzen einer „Gesellschaftsberatung“, die von neuen, zivilgesellschaftlich verankerten Akteuren getragen werden sowie auf Konzepten zur stärkeren Integration von Bürgern in Planungs- und Beratungsprozesse politischer Akteure auf unterschiedlichen administrativen Ebenen.

Leitung: Prof. Dr. Christoph Bieber
Das Programm des HANIEL Master Course Nr. 17 im Wintersemester 2012/13

 

Veranstaltungsüberblick  

 

Im Rahmen des HANIEL Master Course fanden im Wintersemester 2012/2013 folgende Veranstaltungen statt:

20.-22. Januar 2013
Zürich-Exkursion des Haniel Master Course
Zu Gast am Ethik-Zentrum der Universität Zürich

Über drei Tage hinweg durften sich die Studierenden des Haniel Master Course auf Einladung des Ethik-Zentrums der Universität Zürich von der Aktualität und Relevanz ethischer Fragen im politischen Kontext überzeugen. Der von Prof. Dr. Christoph Bieber geleitete Kurs beschäftigte sich im Wintersemester 2012/13 mit unterschiedlichen Fragen der ethischen Politikberatung. Die Studierenden wie auch das Team des Welker-Stiftungslehrstuhls „Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft“ erhielten vom 20. Bis 22. Januar 2013 einen Einblick in die aktuellen Forschungsprojekte des Ethik-Zentrums. Die vorgestellten Projekte – wie die daraus entstandenen Rede- und Diskussionsbeiträge der Studierenden – verdeutlichen die immer stärker zunehmende Verzahnung von Politikmanagement und Ethik.

Ethik beschränke sich aus „Zürcher Sicht“, so der Geschäftsführer des Ethik-Zentrums, Prof. Dr. Markus Huppenbauer, eben nicht nur auf ethische Grundtheorien oder moralphilosophische Grundlagen, sondern diene ganz zentral als Kompass der Entscheidungsfindung, genauer: der politischen Entscheidungsfindung. Das „Zürcher Modell“ geht insofern Hand in Hand mit dem „Duisburger Modell“ des Politikmanagements. Ethische Grund- und moralphilosophische Großtheorien sind insofern gar kein Muss,  sondern ein Werkzeug der ethischen Entscheidungsfindung, das Huppenbauer zufolge dabei helfe, das Nützliche vom weniger Nützlichen zu differenzieren.

Weitere Vorträge, wie etwa von Dr. Ivo Wallimann-Helmer, thematisierten die klimaethische Frage des Zusammenhanges von Demokratie (der Teilhabe am politischen Prozess) und Gerechtigkeit (Verantwortung für nachfolgende Generationen). Gerechtigkeit und Demokratie – so Wallimann-Helmers Resümee, seien in einem engen Rahmen durchaus kongruent; etwa wenn es um elementare Grundrechte wie das republikanische Recht der politischen Partizipation gehe. Aber legitimieren ethische Erwägungen an dieser Stelle politisch-fiskalische Zwangsinstrumente?

Das Thema der Finanzen respektive Finanzmärkte und deren „ethische“ Ausgestaltung spielte auch in dem Vortrag des Zürcher Promotionsstipendiaten Emilo Marti eine zentrale Rolle. Können staatliche Steuerungsmodelle dazu beitragen, einen ethischen Finanzmarktrahmen zu schaffen? Relevanter als im Politikfeld der Finanzmarktpolitik scheinen diese ethischen Grundlagen und Regeln (Ethos) in der schreibenden Zunft, dem Journalismus beheimatet zu sein. Vinzenz Wyss, Professor für Journalistik im schweizerischen Winterthur, verwies nachdrücklich auf die prominente Rolle, welche ethische Standards im Bereich des Journalismus einnähmen und auch fortan –  trotz mancherlei Skandale – einzunehmen hätten, um die Qualität des politischen Journalismus sichern zu können.

Bericht zu Struktur und Arbeitsweise des Ethik-Zentrums an der Universität Zürich im Blog von Prof. Dr. Christoph Bieber

 

27. November 2012
Dr. Werner Rügemer zu Gast an der NRW School of Governance

Brown-Bag Lunch zum Thema Ratingagenturen

Am 27. November war der Autor und Dozent Dr. Werner Rügemer zu Gast an der NRW School of Governance. Im Rahmen des Haniel Master Course „Ethische Politikberatung“ skizzierten zwei Masterstudierende vorab mit einem Impulsvortrag das Entstehen und Wirken von Rating-Agenturen. Es wurden die Ursprünge des heutigen Rating-Systems dargelegt sowie deren Wirkungsmechanismen erläutert. Im Anschluss präsentierte Werner Rügemer sein kürzlich veröffentlichtes Buch „Ratingagenturen – Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart“.

Aufbauend auf die theoretischen Ausführungen Rügemers, wurde die Veranstaltung anschließend von einer lebendigen Diskussion geprägt. Die Studierenden des Haniel Master Course erörterten gemeinsam mit Werner Rügemer, inwiefern das Vorgehen der Ratingagenturen auf einer demokratischen Legitimation basiert, welche volkswirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen das gegenwärtige Rating-System besitzt und inwiefern die Tätigkeit der Rating-Agenturen als Politikberatung bezeichnet werden kann.

Schlussendlich haben die theoretischen Ausführungen Rügemers und die anschließende Diskussion zu einem wertvollen Wissensgewinn bei den Masterstudenten des Haniel Master Course „Ethische Politikberatung“ geführt.