HMC Veranstaltungen im Sommersemester 2012

Der HANIEL Master Course im Sommersemester 2012
HMC NR 16 – Für die Studierenden des zweiten Semesters lautet das Thema: „Praxis der Politikgestaltung: Verhandeln, Vermitteln, Kommunizieren“

Wie sehen politische Verhandlungen in der Praxis aus? Wie kommunizieren Entscheidungsträger zielorientiert mit den Medien, mit Interessenvertretern und der Öffentlichkeit? Welche besonderen Anforderungen stellt die öffentliche Kommunikation nicht nur an politische Entscheider, sondern auch an wirtschaftliche Akteure, die sich an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft bewegen? Diesen und anderen Fragen werden die Studierenden gemeinsam mit Praktikern aus Politik, Wirtschaft und Medien nachgehen.

Ziel des Seminars ist eine anwendungsbezogene Beschäftigung mit unterschiedlichen Feldern der politischen Kommunikation und politischen Vermittlungs- und Verhandlungstätigkeiten. Es geht insofern um eine praxisbezogene „Übersetzung“ von Inhalten, die bisher im Curriculum eine Rolle gespielt haben. Die Strukturierung erfolgt dabei entlang der drei im Seminartitel genannten Begrifflichkeiten:

  1. Vermitteln: In diesem inhaltlichen Block beschäftigt sich das Seminar mit dem Vermittlungshandeln von individuellen und kollektiven politischen Akteuren in Routine- und in Krisensituationen. Politikvermittlung der politischen Führung im Kontext unterschiedlicher wohlfahrtsstaatlicher Regime und unterschiedlicher Vetospieler-Konstellationen im europäischen Vergleich ist ein Schwerpunkt dieses Lehrblocks.
  2. Kommunizieren: Im Zentrum stehen praktische Übungen im Verfassen von Pressemitteilungen, Redemanuskripten und einem Medientraining vor der Kamera. Einen besonderen Schwerpunkt in diesem inhaltlichen Block nimmt die politische Kommunikation in Zeiten von Web2.0 und WikiLeaks ein.
  3. Verhandeln: Das Erarbeiten und Einüben von Verhandlungstechniken steht hier im Mittelpunkt: Koalitionsverhandeln zwischen Ritualen, sachpolitischen Zielen und Machtspielen wird vor allem bei einem Verhandlungstraining bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und während der Summer School in einem Planspiel praxisnah erprobt.

Ergänzt wird das Seminar durch eine öffentliche Veranstaltung, den Besuch bei der Haniel-Stiftung, einem Verhandlungsworkshop und die abschließende Summer School mit Planspiel und Redenschreiberwettbewerb.

Leitung des Kurses: Martin Florack, M.A. und Niko Switek, M.A.

Veranstaltungsüberblick  

 

Im Rahmen des HANIEL Master Course fanden im Sommersemester 2012 folgende Veranstaltungen statt:

17.-20. Juli 2012
Studierende simulieren Gesetzgebungsprozess

Die fünfte Summer School im Landtag Nordrhein-Westfalen

Auch in diesem Jahr fand die Summer School im Rahmen des Haniel Master Course der NRW School of Governance im Landtag Nordrhein-Westfalen statt. Unter dem Titel „Verhandeln, Vermitteln, Kommunizieren“ empfanden 25 Studierende u.a. im Rahmen eines Planspiels die Arbeitsprozesse eines Parlaments nach.

Der Auftakt der viertägigen Summer School bildete das traditionelle Kamingespräch. Dort berichtete Neu-Parlamentarier Lukas Lamla (stellvertrender Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei im nordrhein-westfälischen Landtag) über seinen neuen Aufgabenbereich und seiner Partei als neue politische Kraft in NRW. Auch die Arbeitsabläufe bei den Piraten und den damit verbundenen Problemen wurden im Rahmen des Gesprächs ausgiebig diskutiert.

Ein Teilbereich der Summer School war auch in diesem Jahr die Redenschreiber-Werkstatt mit anschließendem Wettbewerb. Die Teilnehmer erhielten von Sebastian Wuwer (vormals Redenschreiber im Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landtag NRW) wertvolle Tipps für das Verfassen einer politischen Rede und lernten die Tricks und Techniken des  Redenschreibens kennen. Das Gelernte setzten die Studierenden beim Verfassen von Reden zu vorgegebenen Themen um. Diese wurden anschließend vorgetragen und prämiert.

Zentrales Highlight der Summer School war das praxisorientierte Planspiel. Dieses gibt ein Szenario vor, in dem Vertreter realitätsnaher Parteien und Medienvertreter versuchen, ihre individuellen Zielvorstellungen durchzusetzen. Die Teilnehmer schlüpften für zwei Tage in ihre neue Rolle, simulierten einen Gesetzgebungsprozess – von der ersten Lesung über die Arbeit in den Ausschüssen bis hin zur Abstimmung über das Gesetz – und lernten somit ein Stück nachempfundene politische Realität kennen. Das Planspiel, geprägt von Verhandlungen, Hinterzimmergesprächen und Mediengerüchten, zeigte den Studierenden die Schwierigkeiten von parlamentarischen Entscheidungsfindungsprozessen und Konsensfindung. Beendet wurde das Planspiel durch die Plenardebatte und einer entscheidenden Abstimmung. Eine Besonderheit in diesem Jahr: den Oppositionsparteien gelang es erstmalig das Gesetz zu kippen.

31. Mai 2012
„Ein voller Erfolg“ – Studierende des Haniel Master Course veranstalteten Podiumsdiskussion mit Duisburger OB-Wahl Kandidaten

„Volles Programm und leere Taschen?“, so lautete die übergeordnete Fragestellung der Podiumsdiskussion im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahlen in Duisburg im Rahmen des Haniel Master Course. Durch die Veranstaltung im „Kleinen Prinzen“, die in Kooperation mit Radio Duisburg ausgerichtet wurde, führten Carina Burek und Martin Krybus (Studierende des Haniel Master Course). Zu Gast waren die OB-Kandidaten Sören Link (SPD), Michael Rubinstein (parteilos), Ingrid Fitzek (Bündnis 90/Die Grünen), Barbara Laakmann (Die Linke), Dr. Richard Wittsiepe (Neuanfang Duisburg) sowie Benno Lensdorf (CDU) und freuten sich über die große Resonanz bei den Duisburger Bürgern. Alle Plätze des rund 250 Personen fassenden Raums waren bereits zu Beginn der Veranstaltung restlos besetzt. „Wir sind begeistert, wie gut die Duisburger dieses Format aufgefasst haben, hierzu hat besonders die Möglichkeit der Partizipation an der Veranstaltung beigetragen“, so Carina Burek.

Die Diskussion wurde von den Studierenden des Master-Jahrgangs 2011 interaktiv in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter begleitet und auch die Zuschauer im Raum konnten mittels eines Fragezettels und einer offenen Fragerunde am Ende der Veranstaltung ihre Fragen live an die Kandidaten auf dem Podium richten. Zusätzlich wurden die einzelnen Themenblöcke per Videoeinspieler eingeleitet und zum Abschluss konnte das Publikum mittels grüner und roter Karten über die Überzeugungskraft der einzelnen Diskutanten während der Diskussion abstimmen.

Durch das breite Partizipationsangebot kam eine Vielzahl von Fragestellungen zur Sprache. So wurde über das Flächenmanagement, die Gewerbesteuersätze, den Abbau von Doppel-
strukturen in der Verwaltung über die U3 Betreuungsquote, die Kündigung der Opernpartnerschaft, den Standort des geplanten Factory Outlet Centers und die Sparvorschläge der einzelnen Kandidaten zur Haushaltssanierung rege und kontrovers diskutiert. Dabei war es besonders entscheidend, wie einzelne Vorhaben unter dem Druck eines drohenden Haushaltskontrolle der Bezirksregierung umzusetzen sind.

Lob gab es auch von Seiten der Diskutanten. „Ein voller Erfolg“ oder „Danke, dass Sie so gut vorbereitet waren. Das erleben wir nicht bei jeder Podiumsdiskussion“, war der Konsens unter den Anwesenden. „Wir freuen uns, dass alles so gut geklappt hat und möchten uns insbesondere bei den Duisburgern und allen Unterstützern im Vorfeld bedanken“, bewertete Martin Krybus die Veranstaltung abschließend.

Zusammenfassung der Podiumsdiskussion als Video-Podcast 

24. Mai 2012
Corporate Responsibility bei Franz Haniel & Cie. GmbH

Am 24. Mai besuchten die Studierenden des Master-Studiengangs Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung die Franz Haniel & Cie. GmbH an ihrem Hauptsitz in Duisburg Ruhrort. Auf dem Tagesprogramm stand die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Corporate Responsibility (CR).

Nach einer theoretischen Einführung von Studierenden, stellte Frau Jutta Stolle, Direktorin der Holding-Abteilung Gesellschafter + Nachhaltigkeit, das Gesamtkonzept von Corporate Responsibility der Holding und die praktische Ausführung des Konzeptes innerhalb der Holding und der Geschäftsbereiche vor. Mit Unterstützung von Herrn Dr. Rupert Antes, dem Geschäftsführer der Haniel Stiftung, Frau Anna-Lena Winkler und Frau Lisa Giesing vermittelte Frau Stolle die zunehmende Bedeutung von CR anschaulich anhand von zahlreichen Beispielen aus der Praxis der Geschäftsbereiche.

Damit ein Corporate Responsibility Konzept erfolgreich umgesetzt werden kann, ist es notwendig, bei der Ausarbeitung des Konzeptes die Interessen, Ideen und Befürchtungen der Stakeholder eines Unternehmens einzubeziehen. Die Herausforderungen dieser Aufgabe bestehen darin, die Stakeholder zu benennen, die für sie relevanten Themenbereiche zu erkennen und mögliche Wege der Kontaktaufnahme aufzuzeigen. Dieser Aufgabe nahmen sich an diesem Nachmittag die Studierenden an. Nach einer Arbeitszeit von circa zwei Stunden, präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse.

In einer darauf folgenden Auswertung wurden die Ergebnisse der Gruppenarbeit mit dem aktuellen Stakeholder-Konzept von Haniel verglichen. Beide Seiten konnten aus der Diskussion zahlreiche Anregungen gewinnen. Zum Abschluss des Tages besuchte die Gruppe das Haniel Museum.

Die Studierenden des Master-Studienganges Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung bedanken sich für die Einladung und die Einblicke in das Corporate Responsibility-Konzept von Haniel.