Der HMC im Wintersemester 2010/2011

Im Wintersemester 2010/2011 werden wieder zwei HANIEL Master Course angeboten.

HMC NR 12 – Der HANIEL Master Course „Praxis der Politikgestaltung: Verhandeln, Vermittlen, Kommunizieren“ im Wintersemester 2010/11 ist angelegt als Anwendungsmodul des Masterstudiengangs.

Wie sehen politische Verhandlungen in der Praxis aus? Wie kommunizieren Entscheidungsträger zielorientiert mit den Medien, mit Interessenvertretern und der Öffentlichkeit? Welche besonderen Anforderungen stellt die öffentliche Kommunikation nicht nur an politische Entscheider, sondern auch an wirtschaftliche Akteure, die sich an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft bewegen? Diesen und anderen Fragen werden die Studierenden gemeinsam mit Praktikern aus Politik, Wirtschaft und Medien nachgehen.

Die Bandbreite der verschiedenen Anwendungsübungen reicht von Lerneinheiten zum Thema: „Wie verfasse ich eine Presseerklärung“, bis hin zu Workshops Redenschreiben und Medientraining. Angeleitet und unterstützt werden die Studierenden durch Experten aus diesen Themengebieten.

HMC NR 13 -Die Studierenden des ersten Semesters beschäftigen sich mit der Thematik:: „Politikberatung: Strategien, Instrumente und Stile modernen Regierens“

Moderne Politikberatung bewegt sich an den Schnittstellen zwischen Politik und Öffentlichkeit, zwischen Lobbyismus und Public Affairs, zwischen wirtschaftlicher Rationalität und den Anforderungen der Mediengesellschaft. Politische Steuerung verzahnt diese Aspekte unter den Bedingungen der politischen Rationalität. Die KursteilnehmerInnen setzen sich mit den Strategien, Instrumenten und den Stilen des praktischen Regierungshandelns auseinander und den Möglichkeiten die sich dabei für Politikberatung eröffnen. Während einer Berlinexkursion haben Sie die Möglichkeit mit Experten der Politikberatung persönlich in Kontakt zu treten.

 

Veranstaltungsüberblick  

Im Rahmen des HANIEL Master Course fanden im Wintersemester 2010/2011 folgende Veranstaltungen statt:

31. Januar/01. Februar 2011
Im Zentrum der Macht – Masterstudierende erlebten das politische Berlin hautnah

Eine durch und durch praxisorientierte Ausbildung genießen die Studierenden an der NRW School of Governance: der Haniel Master Course führte die Erstsemester des Masterstudiengangs „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ für zwei Tage in das politische Zentrum Berlin. Durch Besuche bei Administration, einer politischen Stiftung sowie politischen Beratungsagenturen lernten sie einige mögliche spätere Berufsfelder kennen.

Unter der Leitung von Dr. Timo Grunden hatten die 25 Kursteilnehmer Gelegenheit, im persönlichen Gespräch mit Experten und Führungskräften die Strategien, Instrumente und Stile des Regierens in der Praxis zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Exkursion stand dabei der Austausch zu den Möglichkeiten und Herausforderungen der Politikberatung durch Unternehmen, Think-Tanks, Stiftungen und Beratungsagenturen.

Interessant für die Studierenden war unter anderem der Besuch bei der Beratungsagentur Johanssen + Kretschmer. Die Agentur für strategische Kommunikationsberatung zählt neben Unternehmen auch Politiker, Ministerien und Parteien zu ihren Kunden. Ana Dujic betonte die Notwendigkeit von Dialog, Vernetzung und Kooperation zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Gleichzeitig legte sie die Herausforderungen der strategischen Politikberatung dar und zeigte deren Grenzen auf.

Beim Besuch der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) und der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) erläuterten die Referenten die Rolle ihrer Organisationen sowie deren Möglichkeiten, auf das politische Tagesgeschäft Einfluss zu nehmen. Dies geschieht vor allem durch die Bereitstellung von Expertise in den verschiedenen politischen Bereichen.

Weitere Programmpunkte umfassten einen Besuch der NRW Landesvertretung beim Bund, der E.ON Hauptstadtrepräsentanz sowie eine Führung durch den Deutschen Bundestag.

„Im Haniel Master Course hatten wir uns zuvor schon mit dem Thema Politikberatung auseinandergesetzt. Die Exkursion und die Möglichkeit zur Feldforschung rundeten die Veranstaltung auf eine gelungene Weise ab – nicht zuletzt durch das abwechslungsreich gestaltete Programm und die vielfältigen Einblicke, die wir erhielten.“, fasst Carolin Höhlein, eine der Studierenden, ihre Eindrücke zusammen.

09. Dezember 2010
„Etwas anderes ist mit uns nicht zu machen…“ – Tarifverhandlungen zwischen Ritualen und Verhandlungsgeschick

Ob dieser Satz auch in der praktischen Anwendung von Tarifverhandlungen seine Gültigkeit hat, galt es im Rahmen des Haniel Master Courses „Verhandeln, Vermitteln und Kommunizieren“ herauszufinden.

Interessante Innenansichten und Erfahrungsberichte über den Ablauf und die Zielsetzung von Tarifverhandlungen erhielten die Teilnehmer des Kurses von Dr. Marc Schlette. Herr Schlette ist Bezirkssekretär der IG Metall Bezirksleitung und Sprecher der IG Metall NRW.

Nach einer Präsentation der Studierenden über die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen von Tarifverträgen und den formellen Ablauf von Tarifverhandlungen, gab es im Anschluss die Möglichkeit, die theoretischen Erkenntnisse auf ihre tatsächliche Anwendung in der Praxis zu überprüfen. Herr Schlette machte in besonderer Weise deutlich, dass eine Etablierung von Ritualen bei den Tarifverhandlungen unabdingbar sei und betonte, dass die Verhandlungen auf der obersten Ebene in einer vertrauensstiftenden Weise stattfinden müssten, um für beide Seiten eine bestmögliche Entscheidung zu erzielen.

Um sich ein besseres Bild von der Ausgestaltung von Tarifverhandlungen machen zu können, haben die Teilnehmer des Kurses ein kleines Planspiel durchgeführt. Aufgeteilt in Gruppen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wurde die Bedeutung von Verhandlungsgeschicken an einem praxisbezogenen Beispiel untersucht.

04. November 2010
Vermittlungstätigkeit und Konsensbildung durch politische Mediation

Christopher Gohl, Politikwissenschaftler und Referent der Abteilung Politische Planung, Programm und Analyse der FDP-Bundesgeschäftsstelle, war zu Gast im Haniel Master Course „Verhandeln, Vermitteln, Kommunizieren“ von Martin Florack.

Im Mittelpunkt der Sitzung standen verschiedene Modelle politischer Beteiligungsverfahren und auch die Frage ihren Erfolgschancen, ihrer Manipulation und ihrer strategischen Setzung wurden diskutiert. „Politische Beteiligungsverfahren sind besonders anfällig für Manipulation, immerhin ist das die Aufgabe ihres Moderators“, so Gohl. Mit den Studierenden diskutierte er vor allem die Besonderheiten rund um das politische Mediationsverfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens. Gohl hatte als Mitglied eines Planungs- und Vorbereitungsteams, dieses bisher größte, bekannteste und erfolgreichste Mediationsverfahren in Deutschland begleitet und konnte somit aus seinen persönlichen Erfahrungen berichten.

Gohl betonte, dass die Vorbehalte gegen Großprojekte immer dieselben seien und dass die Politik immer glaube, dass sie diese ignorieren könnte. Aus aktuellem Anlass diskutierte er daher mit den Studierenden das „Schlichtungsverfahren“ beim Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Es kamen Fragen auf wie: Ist es nicht zu spät für eine Mediation, welche Folgen hat die Diskussion für die Regierungspolitik in Deutschland und kann sich Demokratie selber revidieren? Die Meinungen darüber gingen im Kurs sehr auseinander, wodurch eine lebhafte Diskussion entstanden ist.

Aufgrund seiner Erfahrungen gab Gohl den Studierenden letztlich seine Ansicht mit, dass die beste Beteiligung zu mehr Demokratie führt und nicht mehr Beteiligung zur besseren Demokratie.