Das Lehr- & Forschungsangebot zur Europa- und Kommunalwahl 2014

Klaus Hänsch, ehemalige Präsident des europäischen Parlaments, im Gespräch mit Studierenden der NRW School of Governance

Klaus Hänsch, Präsident des europäischen Parlaments a.D., im Gespräch mit Studierenden der NRW School of Governance

Die bevorstehenden Wahlen – einerseits zum Europaparlament und andererseits auf kommunaler Ebene in NRW – bilden den inhaltlichen Rahmen für eine Vielzahl an Forschungs- und Lehrprojekten der NRW School of Governance.

Nachstehend geben wir Ihnen einen Einblick in die Aktivitäten der NRW School of Governance zur Europa- und Kommunalwahl 2014 in den Bereichen Forschung und Lehre.


 

Übersicht zu aktuellen Forschungsprojekten

 

Titel:
Governance und Opposition im Europäischen Parlament – Agendakontrolle und Minderheitenrechte im legislativen Entscheidungsprozess.

Dissertationsprojekt:
Stefan Thierse, M.A.

Kurzbeschreibung:
Wie kann man Opposition in einem System erfassen, das die institutionalisierte Gegenüberstellung von Regierungsmehrheit und Opposition nicht kennt? Das Forschungsprojekt nähert sich dieser Fragestellung durch eine Analyse von Minderheitenrechten im Europäischen Parlament. Im Fokus stehen die Beantragung namentlicher Abstimmungen und das Einbringen von Änderungsanträgen als Instrumente, die alternative Zielvorstellungen im legislativen Entscheidungsprozess dokumentieren sollen und darauf abzielen,  im Entscheidungsprozess berücksichtigt zu werden. Die Arbeit greift auf das Konzept einer situativen, auf spezifische Sachfragen bezogenen Opposition zurück. Die wesentliche theoretische Annahme lautet, dass die im Prozess der variablen Mehrheitsbildung unterliegende Minderheit den größten Anreiz besitzt, von Antrags- und Demonstrationsrechten Gebrauch zu machen. Die analytische Verknüpfung der Entscheidungsfindung in den ständigen Ausschüssen mit den im Plenum beobachtbaren Interaktionsmustern stellt nicht nur theoretisch, sondern auch empirisch einen innovativen Zugang zur Erforschung der Binnenorganisation des Europäischen Parlaments dar.

Stephan ThierseStefan Thierse, M.A.

Kontakt: stefan.thierse@uni-due.de
Tel.: +49 (0) 203/379 – 1828

 

 


logoeuropawoche2014 Titel:
Zur Rolle von TV Debatten bei der Wahlkampfführung und Politikvermittlung. Eine Fokusgruppen-basierte Analyse der EU-Fernsehdebatte

Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-WestfalenForschungsprojekt:
Jan Dinter / Kristina Weissenbach

Kurzbeschreibung:
Der Wahlkampf zum Europäischen Parlament 2014 wartet mit einem Novum auf: Mit der TV-Debatte der Spitzenkandidaten treten erstmals europaweit Politiker von bis zu sechs Parteien in einer TV-Sendung an, um die eigenen politischen Positionen darzulegen und über europäische Politik zu debattieren. Zur besten Sendezeit möchte man auf diesem Weg europaweit Interesse für das Europäische Parlament wecken und mit der Tradition bisher eher stiefmütterlich behandelter Kampagnen zur Europawahl brechen. Außenstehende Beobachter und die Initiatoren des Formats setzen große Hoffnung in dieses Experiment: Die TV-Debatten sind nicht allein logische Konsequenz aus den gestiegenen Kompetenzen des Parlaments, sie sollen vor allem mehr Interesse der Bürger für europäische Politik und stärkeres Vertrauen in die europäische Institution generieren, sowie ein Instrument gegen die sinkende Wahlbeteiligung bieten.

Die amerikanische und deutsche Politikwissenschaft hat zeigen können, dass das Format der TV-Debatten demokratietheoretisch wünschenswerte Effekte hervorrufen kann – die debates haben einen positiven Einfluss auf die Orientierungen zum politischen System, sie vermitteln politische Inhalte und steigern das Interesse an Politik sowie die Partizipationsbereitschaft ihrer Zuschauer. Aber können sie auch eine Nähe der EU-Zuschauer zur Institution des Europäischen Parlaments generieren?

Kristina WeissenbachDr. des Kristina Weissenbach

Tel.: +49 (0) 203/379 – 3742
Mail:kristina.weissenbach@uni-due.de

 

 


logoeuropawoche2014Titel:
Analyse der EU-Kampagnen der Parteien in NRW

Forschungsprojekt:
Susanne Steitz / Kristina Weissenbach

Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-WestfalenKurzbeschreibung:

In Nordrhein-Westfalen finden am 25. Mai 2014 Europa- und Kommunalwahl gemeinsam statt. Einerseits kann aus dieser Zusammenlegung für die Wahlbeteiligung an der Europawahl ein Mehrwert resultieren. Für den Wahlkampf der Parteien in Nordrhein-Westfalen ist andererseits eine Verflechtung des Kommunal- und Europawahlkampfes und damit eine Unterrepräsentation „europäischer Themen“ vorauszusagen. Gibt es in NRW einen eigenständigen Europawahlkampf – oder vielmehr eine „Europäisierung“ des Kommunalwahlkampfes? Welches sind die europapolitischen Themen die zur Wahl stehen und werden diese von den Wählerinnen und Wählern wahrgenommen? Haben die Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens die Möglichkeit, sich über den Wahlkampf der Parteien tatsächlich mit europapolitischen Inhalten auseinanderzusetzen?

Kristina WeissenbachDr. des Kristina Weissenbach

Tel.: +49 (0) 203/379 – 3742
Mail:kristina.weissenbach@uni-due.de

 

 


Übersicht der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2014

 

Titel der Lehrveranstaltung:
Der Bürger im Staat I – Lehrforschungsprojekt zu den Europawahlen und nordrhein-westfälische Kommunalwahlen

Dozent:
Niko Switek, M.A.

Kommentar:
Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, in einer Gruppen eigenständig ein sozialwissenschaftliches Lehrforschungsprojekt zu Fragen der politischen Beteiligung zu entwickeln, durchzuführen und in Form eines Projektberichts aufzubereiten.

Als Gegenstand im Praxisfeld der politischen Partizipation bieten sich die für den 25. Mai 2014 angesetzten und zeitgleich stattfindenden Europawahlen und nordrhein-westfälische Kommunalwahlen an. Die studentischen Forschungsprojekte fokussieren als einen Aspekt Wahlkampf und Wahlkampagnen der Parteien im Ruhrgebiet. Im ersten Teil der Veranstaltung werden Hintergründe und Besonderheiten der beiden Wahlen sowie die Rolle der Parteien anhand wissenschaftlicher Texte aufgearbeitet und gemeinsam Fragestellung und Design der Projekte festgelegt. Dabei werden sozialwissenschaftliche Methoden reflektiert und entsprechend der Logik der Forschungsprojekte ausgewählt. Die Studierenden erheben eigenständig Daten und werten diese selbst aus. Die Ergebnisse werden in einem Projektbericht festgehalten.

Niko SwitekNiko Switek, M.A.

Kontakt: niko.switek@uni-due.de
Tel.: +49 (0) 203/379 – 4550

 

 


Titel der Lehrveranstaltung:
Methodenanwendung in der Praxis: 2. Teil – Parteiprogrammanalyse mit dem Duisburger Wahl Index

Dozent:
Jan Schoofs, M.A.

Kommentar:
Die deutschen Parteien sind Programmparteien. Mit ihrer Programmatik gewinnen oder verlieren sie Wahlen, binden neue Mitglieder an sich oder lösen innerparteiliche Konflikte. Für Parteien sind vor allem Wahlprogramme von herausgehobener Bedeutung. Ihre politikwissenschaftliche Erforschung steht im Mittelpunkt dieser Übung. Im ersten Teil des Seminars lernen die Studierenden zentrale Gegenstandsbereiche der Wahlprogrammforschung kennen. Den thematischen Schwerpunkt des Seminars bilden die Inhalte von Wahlprogrammen. Mithilfe des inhaltsanalytischen Verfahrens des Duisburger Wahl Index (DWI) lassen sich die Politikpositionen von Parteien in Politikräumen vergleichend ermitteln (Infos unter http://www.regierungsforschung.de/dx/public/article.html?id=32. Auf dieser Grundlage entwickeln die Studierenden eigene Fragestellungen, die sie in Projektgruppen im zweiten Teil der Übung (Sommersemester 2014) unter fachlicher Betreuung selbstständig bearbeiten. Den allgemeinen Kontext bilden die nordrhein-westfälische Kommunalwahl sowie die Europawahl im Mai 2014.

Jan SchoofsJan Schoofs, M.A.

Kontakt: jan.schoofs@uni-due.de
Tel.: +49 (0) 203/379 – 2042

 

 


 

Titel der Lehrveranstaltung:
Minus und Minus gibt Plus? Wahlkampf, Wahlbeteiligung und Politische Kultur bei den Europa- und Kommunalwahlen 2014

Dozent:
Sebastian Jarzebski & Daniel Mertens

Kommentar:
Im Mai 2014 wählen die Bürger Europas ein neues Parlament. Dies wird die erste Wahl nach der Finanzkrise sein, welche die Staaten der Europäischen Union in eine nachhaltige Verunsicherung gestürzt hatte. Zugleich finden in zehn Bundesländern die Wahlen zu Kreistagen, Stadträten, Gemeinderäten, Bezirksversammlungen und Stadtvertretungen statt. Wie werden die Parteien auf diese Parallelität reagieren? Das Seminar wird sich den Unterschieden und Gemeinsamkeiten dieser beiden Wahlen widmen und versuchen sie anhand ausgewählter Beispiele sowie einer eingehenden Betrachtung des Wahlkampfes zu analysieren. Im Zentrum stehen dabei Fragen der sozialen Ungleichheit, der Partizipation und des europaweiten Rechtspopulismus. Wie agieren die politischen Akteure angesichts dieser ebenso kontroversen, wie essentiellen Fragen unserer politischen Gegenwart? Hat die Kombination zweier Nebenwahlen Auswirkungen auf die Wahlkämpfe vor Ort? Wie stellt sich die Situation medial dar?

Der Wahltermin in der Mitte des Semesters, bietet die Chance, auf aktuelle Ereignisse unmittelbar Bezug zu nehmen und diese in den Verlauf des Seminars einzubauen.

Sebastian JarzebskiSebastian Jarzebski, M.A.

Kontakt: sebastian.jarzebski@uni-due.de
Tel.:+49 (0) 203/379 – 2468