Feldphase im Forschungsprojekt „Kommunikationsstress im Ruhrgebiet“ gestartet

Jan Dinter und Merve Schmitz-Vardar von der NRW School of Governance

In dieser Woche ist die Feldphase für das von der Brost-Stiftung geförderte Forschungsprojekt „Kommunikationsstress im Ruhrgebiet: Gesprächsstörung zwischen Politikern, Bürgern und Journalisten?“ gestartet. Einen ersten Höhepunkt bildeten dabei zwei Gruppendiskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Ruhrgebiet, die ein Team der NRW School of Governance zusammen mit dem Umfrageinstitut infratest dimap zu Beginn der Woche in Essen durchgeführt hat.

Dabei sprachen die Forscher von infratest dimap sowie der NRW School of Governace mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über den idealen Politiker, ihre Erwartungen an Medien, ihr Bild von einem typischen Politiker im Ruhrgebiet aber auch ihre ganz persönlichen Assoziationen mit der Region.

Die Gruppendiskussionen waren ein erster Schritt in der Feldphase der Studie, die mit Hilfe von qualitativen Interviews, Gruppendiskussionen sowie einer repräsentativen Umfrage eine Momentaufnahme der Einstellungen der Bevölkerung im Ruhrgebiet zu (lokaler und regionaler) Öffentlichkeit erfassen soll. Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, ob auch im Ruhrgebiet eine immer größer werdende Kluft zwischen Bürgern auf der einen sowie Politikern und Journalisten auf der anderen Seite wahrgenommen wird.

In einer qualitativen sowie einer quantitativen Studie versucht das Projekt-Team darüber hinaus, Ursachen dieser vermeintlichen „Gesprächsstörung“ aufzuspüren und potenzielle Motive für niedrig empfundene politische und journalistische Responsivität zu identifizieren.

Das Forschungsteam wurde vom Umfrageinstitutut infratest dimap unterstützt.

Ziel des Projekts, das unter der Leitung von Dr. Karl-Rudolf Korte und Dr. Kristina Weissenbach in Kooperation mit der Brost-Stiftung durchgeführt wird, ist es, ein erstes Bild der demokratischen Gesprächs- und Beteiligungskultur im Ruhrgebiet zu zeichnen. Gerade das Ruhrgebiet, historisch durch eine Beteiligungskultur zwischen Paternalismus und gewerkschaftlicher Partizipation sowie eine starke politische Konkordanzkultur geprägt, dient angesichts sich polarisierender sozialer Lagen, aber auch jahrelanger Vielfalts-Identität als gesellschaftspolitisches Laboratorium, von dem Innovationsimpulse ausgehen können.

Bereits seit Ende 2016 widmet sich das Kooperationsprojekt „Kommunikationsstress im Ruhrgebiet: Die Gesprächsstörung zwischen Politikern, Bürgern und Journalisten“ diesen Fragen in unterschiedlichen Formaten. Mit den ersten beiden Gruppendiskussionen liegt nun eine erste Datengrundlage für die Studie vor. Weitere Gruppendiskussionen sowie die repräsentative Bevölkerungsumfrage werden zu Beginn des kommenden Jahres durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie wird das Team der NRW School of Governance im Sommer 2018 auf einer Ergebnis-Konferenz diskutieren.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Einen thematischen Schwerpunkt in Anlehnung an das Kooperationsprojekt finden Sie auch auf regierungsforschung.de.

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