Migration, Brexit, Lobbiymus – NRW School of Governance zu Gast in Brüssel

Studierende und Mitarbeiter der NRW School zu Gast bei der Landesvertretung

35 Masterstudierende und Mitarbeiter der NRW School of Governance haben drei Tage lang Duisburger Hörsäle gegen Brüsseler Konferenzräume getauscht. Auf dem Exkursionsprogramm standen Besuche der NATO, des Europäischen Rates und der Kommission. Neben der Arbeit der EU-Institutionen, kamen auch die Arbeitsfelder Interessenvertretung, Medien und das Europäische Parlament nicht zu kurz. Die Diskussionsthemen waren dabei bunt gemischt – von Migration, über Brexit und die Zukunft des Lobbyismus bis hin zu Arbeit und Soziales.

Der erste Exkursionstag stand ganz im Zeichen der Sicherheit und Verteidigung. Als erstes traf sich die Gruppe mit Felix Kroll, Referent in der politischen Abteilung der NATO und stellvertretender Pressesprecher der ständigen Vertretung Deutschlands bei der NATO. Mit ihm diskutierten die Studierenden und Dozenten die größten Herausforderungen des Militärbündnisses, Bestrebungen zur Erweiterung der NATO und die Zusammenarbeit im Bereich Cyber Security. Der Tag endete mit einem italienischen Abendessen in der Nähe des Parlaments, zu dem auch Ehemalige der NRW School of Governance eingeladen waren.

Ein kleines Dankeschön für Alumni Fabian Zacharias

Am zweiten Tag waren die Exkursionsteilnehmer zu Gast in der NRW-Landesvertretung und haben Referenten aus verschiedenen Themenfeldern und Arbeitsbereichen dorthin eingeladen. Nach einer Begrüßung von Jörg Singelnstein, stellvertretender Leiter der NRW-Landesvertretung, sprach Daniel Guéguen als Inhaber der Beratungsfirma PACT über die Herausforderungen und Chancen des Lobbyismus in einer „stark bürokratisierten EU“. Ergänzt wurde seine Sichtweise durch einen Vortrag von Fabian Zacharias, Policy Advisor bei der VW Group und Alumni der NRW School of Governance. Er gab Einblicke in die Herausforderungen der deutschen Automobilindustrie vor dem Hintergrund der Automatisierung und E-Mobilität und erläuterte die VW-Strategie „verantwortungsvolles Lobbying“ als eine Antwort auf die Diesel-Affaire. Der Brexit stand im Mittelpunkt des Gesprächs mit Christian-Yves Krappitz, Mitglied im „Task Force 50 Team“ der Brexit-Verhandlungen. Er erläuterte die Verhandlungslinien und den Zeitplan der Europäischen Kommission sowie den Aufbau des Verhandlungsteams. Ein Panel mit Michael Bloss, Mitarbeiter bei MEP Ska Keller, und Dr. Stefan Leifert, Korrespondent im ZDF-Studio Brüssel, beendete den zweiten Exkursionstag. Obwohl der Tag schon weit vorangeschritten war, wurde bei Kaffee und Keksen noch fleißig diskutiert: über das Verhältnis der Grünen zum Lobbyismus, über TV-Duelle zur Europawahl und die Besonderheiten der Brüsseler Medienberichterstattung.

Tag drei begann mit einem Besuch beim Europäischen Rat. Dort erfuhren die Masterstudierenden und Dozenten, wie man ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs erfolgreich plant und welche Probleme dabei am häufigsten auftreten. Im Anschluss stellte Susanne Nielsen aus dem Referat „Außenbeziehungen, Asyl und Migration“ verschiedene Statistiken zur Flüchtlingskrise vor und berichtete über EU-Einsätze im Mittelmeer. Terrorismus und Radikalisierung waren schließlich Thema bei der Europäischen Kommission. Dort erläuterte Kommissionsmitarbeiterin Aleksandra Wesoly Präventionsinitiativen, wie das „EU Internet Forum“ oder das „European Strategic Communications Network“. Die letzten beiden Vorträge drehten sich um das Thema Arbeit und Soziales: So berichtete Sven Matzke von der Rolle der Euorpäischen Kommission im Sozialen Dialog auf EU-Ebene. Lars Engsted stellte abschließend die EU-Beschäftigungsstrategie und das Europäische Semester vor, das von einigen Studierenden und Dozenten besonders kritisch hinterfragt wurde.

Weitere Impressionen

Erster Stopp: Das NATO-Headquarter in Brüssel.Jörg Singelnstein erläutert die Arbeit der NRW-Landesvertretung in Brüssel.Prof. Dr. Andreas Blätte im Gespräch mit Michael Bloss, Mitarbeiter bei MEP Ska Keller.Auch ein Besuch beim Europäischen Rat stand auf dem Programm.Dort ging es um die Organisation von Gipfeltreffen und das Thema Migration. Letzte Station: das Charlemagne-Gebäude der Europäischen Kommission mit Vorträgen zu den Themen Radikalisierung und Terrorismus sowie Arbeit und Soziales.

 

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