Die NRW School of Governance trauert um die ehemalige Gastprofessorin Prof. Dr. Jutta Limbach

Gastprofessorin Jutta Limbach referierte im Januar 2014 zum Thema: „Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Richter-Republik?“

Am Samstag verstarb die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Dr. Jutta Limbach im Alter von 82 Jahren in Berlin friedlich im Kreis ihrer Familie.

Die Berliner Juristin, Senatorin und Verfassungsrichterin hatte im Wintersemester 2014/15 die Gastprofessur für Politikmanagement der Stifung Mercator inne. In mehreren Seminaren und einer öffentlichen Vorlesung hat sie Dozenten, Mitarbeiter und Studierende der NRW School begeistert. „Sie war eine kluge und mitreißende Gesprächspartnerin, in der Sache streitbar, Neuem gegenüber offen und in den Diskussionen immer präzise“ erinnert sich Prof. Dr. Christoph  Bieber, der das Lehrprogramm an der NRW School koordiniert hatte.

In den gemeinsamen Seminaren sprach Limbach über ihre Tätigkeiten am Bundesverfassungsgericht, im Berliner Senat oder für das Goethe-Institut. Im Austausch mit den Studierenden zeigte sie sich aufgeschlossen und voller Neugier auf die Dinge, die junge Menschen besonders beschäftigen. Überraschend war die Breite der Themen und die Expertise, die sie einbrachte – neben Wahlrechtsreformen und den Gefahren einer „Politik mit Richtern“ waren auch die Sprachenvielfalt in der europäischen Demokratie oder der Umgang mit geraubten Kunstwerken Thema der Veranstaltungen. Selbstverständlich spielte auch die Rolle der Frauen in der Gesellschaft – und insbesondere in der Politik – eine Rolle.

Als Professorin, Senatorin, Verfassungsgerichtspräsidentin hat sie genau solche „gläsernen Decken“ durchbrochen, von denen heute immer wieder die Rede ist, wenn es um die Gleichberechtigung von Frauen in gesellschaftlichen Institutionen geht. Prof. Jutta Limbach ist am 10. September im Kreise ihrer Familie verstorben. Ihre Stimme wird fehlen.

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