Peter Radusnki an der NRW School of Governance: „Das Wichtigste an der Politik sind Menschen, Menschen, Menschen“

Peter Radunski (l.), hier gemeinsam mit Prof. Karl-Rudolf Korte, besuchte die NRW School of Governance am 06. Februar.

Peter Radunski (l.), hier gemeinsam mit Prof. Karl-Rudolf Korte, besuchte die NRW School of Governance am 06. Februar.

Wer in der Politik bestehen will, der kommt um die Fähigkeit zur Menschenführung nicht herum. Klingt diese Einsicht zunächst ziemlich offensichtlich, so wird bei einem zweiten Blick klar, dass es sich dabei um eine Fähigkeit handelt, die nur mit Mühe erlernbar ist.

Diese und weitere Einblicke in die Praxis des Politikmanagement bot der Besuch von Peter Radunski am Freitag dem 06. Februar 2015 an der NRW School of Governance, der mit freundlicher Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung realisiert werden konnte. Radunski, ehemaliger Bundesgeschäftsführer und langjähriger Wahlkampfmanager der CDU, stellte vor den Studierenden des Masterstudiengangs „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ und dem Team der NRW School of Governance sein neues Buch „Aus der politischen Kulisse“ vor.

Rund 45 Studierende und Mitarbeiter der NRW School of Governance diskutierten mit Peter Radunski.

Rund 45 Studierende und Mitarbeiter der NRW School of Governance diskutierten mit Peter Radunski.

Es entwickelte sich eine anregende Diskussion, die sich sowohl um Gegenwart und Zukunft des Wahlkampfmanagements als auch um die „Politik der zweiten Reihe“ drehte. Mit diesem Begriff bezeichnete Radunski die große Mehrheit der politischen Akteure, die nicht im Zentrum des medialen Interesses stehen. Ihr Einfluss sei dabei jedoch nicht gering zu schätzen. Radunski plädierte vor den Studierenden für eine „Politikwissenschaft der zweiten Reihe“ und stieß damit an der NRW School of Governance auf offene Ohren, sind hier doch Begriffe wie die „Informalität der Entscheidungsfindung“ und „die Innenhöfe der Macht“ gesetzte Termini und deren Erforschung ein Kernbereich des Lehrstuhls von Prof. Karl-Rudolf Korte.

Auffällig war die analytische Schärfe, mit der Radunski auch aktuelles politisches Geschehen beurteilt. Dabei baut er auf jahrzehntelange Erfahrung in der aktiven Politik auf und zeigte in Person, wie unschätzbar Erfahrungswissen für die Beurteilung politischer Zusammenhänge sein kann. So riet er den Studierenden für ein tieferes Verständnis der praktischen Politik den Weg in eine Partei, einen Verband oder eine Gewerkschaft zu suchen und sich von der Begeisterung zur Politik, nicht vom Machtkalkül leiten zu lassen. Denn letztlich sei es ein Interesse an „Menschen, Menschen, Menschen“, welches ein Engagement in der Politik trägt und „Sprechen, Sprechen, Sprechen“ die zentrale Handlung um Probleme zu lösen.

Konrad-Adenauer-StiftungMit freundlicher Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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