Academic Viewing mit Expertendiskussion zur Eurovision Debatte an der NRW School of Governance

Rund 80 Gäste verfolgten die Expertendiskussion im Vorlauf der Eurovision Debatte

Rund 80 Gäste verfolgten die Expertendiskussion im Vorlauf der Eurovision Debatte in den Räumlichkeiten der NRW School of Governance.

Die Wahl zum Europäischen Parlament 2014 wartet mit einem Novum auf: Mit der TV-Debatte der Spitzenkandidaten traten erstmals europaweit Politiker von fünf Parteien in einer TV-Sendung gegeneinander an, um die eigenen politischen Positionen im Wahlkampf darzulegen und über europäische Politik zu debattieren.

Aus diesem Anlass veranstaltete die NRW School of Governance und der Jean Monnet Lehrstuhl für Europapolitik und Europäische Integration ein „Academic Viewing“ sowie eine öffentliche Diskussionsrunde mit Medienexperte Prof. Matthias Degen und Europaforscher Prof. Michael Kaeding. Die Eurovision Debatte am 15. Mai war eine von mehreren Debatten und TV-Duellen im diesjährigen Europawahlkampf. Die Vielfalt der Sendungen mit diesem Format – von der Wahlarena bis zum Duell „Schulz vs. Juncker“ – war der erste Diskussionspunkt der Experten-Runde an der NRW School of Governance. Dabei machte Matthias Degen zunächst deutlich, wie groß allein die organisatorische wie sprachliche Herausforderung für die Macher der Eurovision Debatte gewesen sein muss: „Wir haben es in Europa mit vielen sehr unterschiedlichen Mediensystemen zu tun.“ Michael Kaeding betonte hingegen die Divergenzen innerhalb der europäischen Parteienfamilien: „Die hier antretenden Spitzenkandidaten stehen auch wieder nur für einen Flügel ihrer Parteifamilien.“

Dem Europawahlkampf fehle es an medienwirksamen Themen, so Matthias Degen (r.).

Dem Europawahlkampf fehle es an medienwirksamen Themen, so Matthias Degen (r.).

Die inhaltliche Ausgestaltung der bisherigen Duelle sowie des gesamten Wahlkampfs war dann auch der folgende Diskussionspunkt, den Moderatorin Kristina Weissenbach aufgriff. „Ich bin enttäuscht, dass bisher kaum Themen aufgegriffen wurden, die auch in der Kompetenz des europäischen Parlaments oder gar der europäischen Union liegen“, kommentierte der Europaexperte Kaeding. Aus der Perspektive von Matthias Degen fehle es dem Wahlkampf hingegen an medienwirksamen Themen. Beide waren sich indes einig: Die Debatten werde es nur sehr bedingt schaffen, neuen Schwung in den Europawahlkampf 2014 zu bringen.

Vermisst die genuin europapolitischen Themen im Wahlkampf: Michael Kaeding

Vermisste genuin europapolitischen Themen im Wahlkampf: Michael Kaeding

Ein ähnlicher Eindruck hatte sich nach dem Public Viewing der Eurovision Debatte auch bei den Gästen der Veranstaltung festgesetzt: Zu wenig neue Informationen, zu wenig echte Debatte und zu viel reines Abfragen von Kandidatenpositionen hätten die Sendung geprägt.

Um den Stellenwert und die Wirkung der Eurovision Debatte systematisch und wissenschaftlich zu erforschen, hat ein kleines Team der NRW School of Governance die Eurovision Debatte zusätzlich mit einem Forschungsprojekt begleitet. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts, bei dem unter anderem mit Fokus-Gruppen gearbeitet wurde, werden in einigen Monaten vorliegen.

Die Veranstaltung wurde gefördert von:

Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfaleneuropedirect

Teile diesen Inhalt: