Innovationspolitik in NRW – Studierende diskutieren mit Ministerin Svenja Schulze

Am 18. Januar war Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zu Gast an der NRW School of Governance. Im Rahmen des Haniel Master Course „Politik- und Gesellschaftsberatung“ skizzierte sie in einem Impulsvortrag die Leitlinien einer „Innovationspolitik in NRW“. Dabei schilderte sie die Möglichkeiten und Notwendigkeiten gesellschaftsorientierter Forschungs- und Modernisierungsaktivitäten, bei denen die Regierung nicht allein als Steuerungsorgan, sondern vielmehr als „Moderator“ und „Ermöglicher“ gefordert sei.

Ein wichtiges Ziel sei die gemeinschaftliche Entwicklung von Plattformen zum Austausch von Ideen, Konzepten und Erfahrungen – hierbei gelte es auch, junge Forscherinnen und Forscher in den Prozess einzugliedern. Schulze betonte dabei auch die Rolle sozialwissenschaftlicher Perspektiven, Innovationspolitik dürfe nicht eine Domäne der naturwissenschaftlich-technisch orientierten Fächer sein.

Diesem Ansatz kamen die Teilnehmer des Haniel Master Course, der im Wintersemester von Prof. Dr. Christoph Bieber geleitet wird, gerne nach: Die anschließende Gesprächsrunde wurde moderiert von zwei Studierenden, die entlang aktueller Fragen zu Hochschulpolitik und Hochschulsteuerung eine Verbindung zu den Seminarinhalten herstellten. Insbesondere beim Blick auf experimentelle Formen der Bürgerbeteiligung machte Schulze deutlich, dass auch im Bereich der Beratung innovative Ansätze die Arbeit von Ministerien verändern könne. So überprüfe das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung gerade eine Vielzahl von Hinweisen und Vorschlägen zur Situation an den Hochschulen, die über eine Online-Befragung eingeholt worden waren. Dies zeige, dass Lernprozesse im Bereich der Politik nicht mehr allein über professionelle Expertise und Beratungsunternehmen begleitet werden, sondern auch gesellschaftliche Akteure und einzelne Bürger Möglichkeiten zur Beteiligung an Politikprozessen haben und diese durchaus auch wahrnehmen.

Die lebhafte Unterhaltung auf dem Podium sparte auch die Probleme bei den Wahlen zum Studierendenparlament an der Universität Duisburg-Essen nicht aus. Svenja Schulze machte dabei deutlich, dass sie der studentischen Selbstverwaltung nach wie vor eine wichtige Rolle im universitären Umfeld zuschreibt. Aktuelle Schwierigkeiten bei der Organisation dürften nicht dazu führen, dass sich die Studierenden vom wichtigen Prozess der universitären Diskussion und Verständigung abwenden.

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